Eben hat Blanka Jordan noch mit den Kindern an ihrem Abschiedsgeschenk gebastelt. Jetzt spielen neben uns ein paar Jungs mit einem Setzkasten, ihre Stimmen dringen zu uns herüber. Vor uns steht ein Schälchen selbst gebackene Kekse. Wie selbstverständlich wechselt sie zwischen Gespräch und Betreuung. Diese Leichtigkeit prägt ihren Stil: 23 Jahre lang hat sie die Kita Oldendorf begleitet, durch Umbauten, Veränderungen und neue Konzepte. Jetzt übergibt sie die Leitung an Bente Steffens. Doch über Abschied will Frau Jordan nicht reden. Viel wichtiger ist ihr ein anderes Thema: der Blick über den Tellerrand.
Fünf Fragen an Blanka Jordan
Frau Jordan, was war Ihnen in Ihrer langen Zeit als Kita-Leitung besonders wichtig?
Blanka Jordan: Mir ging es immer darum, die Perspektive und den Radius zu erweitern. Für mich, für das Team und vor allem für die Kinder. Ich wollte, dass sie früh lernen: Die Welt ist größer als das, was wir jeden Tag sehen.
Sie haben sich von Ihren Afrika-Reisen inspirieren lassen. Wie hat das die Kita-Arbeit geprägt?
Sehr! Ich habe in der Kita Bilder gezeigt, mit den Kindern afrikanische Lieder gesungen und Geschichten erzählt. Es geht nicht nur um Kultur, sondern um Haltung: Offen sein, neugierig bleiben, andere Perspektiven zulassen. (Hier gibt es einen Eindruck für die Partnerschaftsarbeit in der Kita: Traditionelle Tänze und Tiere | Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf)
Was hat Sie persönlich angetrieben, immer weiterzumachen – sogar über das Rentenalter hinaus?
Ich habe für meine Arbeit gebrannt. Das sieht man an den Auszeichnungen, die wir gemeinsam erreicht haben: die Caruso-Auszeichnung für kindgerechtes Singen mit Heide Simonis (Weiterleitung auf shz.de), die Auszeichnung der Vereinten Nationen als „offizielles Projekt der UN-Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für das Engagement in Tansania zusammen mit dem Sophie-Scholl-Gymnasium und der Heiligenstedter Julianka-Schule, zweimal das evangelische Gütesiegel Beta – und das trotz Personalmangel. Solche Erfolge bekommt man nur, wenn man mit vollem Einsatz dabei ist.
Gab es Momente, die für Sie besonders herausragend waren?
Die Auszeichnungen waren Highlights, aber auch die vielen kleinen Schritte: Umbauten (von neuen Schlafräumen über die Küche bis zum Anbau für die Krippe), neue Konzepte, das Vertrauen der Kita-Werks-Geschäftsführung. Das hat mich getragen.
Was wünschen Sie Ihrer Nachfolgerin Bente Steffens?
Mut, Dinge anders zu machen. Offenheit für Neues. Und die Freude daran, Kindern die Welt zu zeigen, nicht nur die vor der Haustür.

