KirchenWiki
Kirche geht weiter voran. Damit wir in den unterschiedlichen Prozessen, die gleiche Sprache sprechen, erläutern wir hier wichtige Begriffe. Wir haben sie sind in unterschiedliche Kategorien gegliedert.
Allgemeine Kirchenbegriffe
Begriffe für Prozesse und Entwicklung
Begriffe aus dem Baubereich
Begriffe aus dem Bereich Digitalisierung
Allgemeine Kirchenbegriffe
Gemeindeanschluss
Von Gemeindeanschluss ist die Rede, wenn sich ein Kirchengemeinderat entscheidet, sich einer bestehenden Gemeinde anzuschließen. Der Begriff ist nicht kirchenrechtlich definiert. Rechtsgrundlage ist Art. 22 Abs. 3 der Verfassung: Über Zusammenschlüsse entscheiden die Kirchengemeinderäte im Einvernehmen mit dem Kirchenkreisrat.
Gemeindeauflösung / Gemeindeaufhebung
Gemeindeauflösung meint umgangssprachlich das Ende der Selbstständigkeit einer Kirchengemeinde als Körperschaft öffentlichen Rechts. Von einer Gemeindeaufhebung spricht man, wenn eine Gemeinde ihren kirchlichen Auftrag in der bestehenden Form nicht mehr erfüllen kann. Die Kirchenleitung kann dann auf Antrag entsprechende Beschlüsse fassen (Art. 22 Abs. 4).
Gemeindemanager:innen
Eine von der Kirchengemeinde angestellte Person, die Verwaltungsaufgaben übernimmt und Kirchengemeinderäte sowie Pastor:innen entlastet. Dazu gehören u.a. Beschlussvorlagen, rechtliche Klärungen und Gebäudemanagement.
Gemeindeneugründung
Eine Gemeindeneugründung entsteht, wenn mehrere Kirchengemeinden sich zu einer neuen Gemeinde zusammenschließen oder wenn in einem neuen Gebiet ein neues gottesdienstliches Zentrum entsteht. Die neue Gemeinde erhält einen eigenen Namen und eine gemeinsame Struktur. Grundlage ist Art. 22 der Verfassung.
Fusion
Fusion bezeichnet den Zusammenschluss von zwei oder mehr Kirchengemeinden zu einer neuen, größeren Gemeinde. Auch der Zusammenschluss der drei Nordkirchen zur Evangelisch‑Lutherischen Kirche in Norddeutschland wird als Fusion bezeichnet.
Pfarrsprengel
Mehrere Kirchengemeinden teilen sich eine Pfarrstelle. Die Gemeinden bleiben rechtlich selbständig, arbeiten aber verbindlich zusammen. Pfarrpersonen können innerhalb des Sprengels unterschiedliche Schwerpunkte übernehmen.
Pfarrverbund
Eine lockerere Form der Zusammenarbeit mehrerer rechtlich selbständiger Kirchengemeinden. Aufgaben wie Gottesdienste oder Jugendarbeit werden gemeinsam organisiert, ohne dass eine gemeinsame Pfarrstelle besteht.
Propstei
Ein Zuständigkeitsbereich innerhalb des Kirchenkreises, geleitet von einer pröpstlichen Person. Der Propst bzw. die Pröpstin ist Dienstvorgesetzte:r derPastor:innen und berät die Kirchengemeinden im jeweiligen Bezirk.
Steuerungsgruppe
Ein Gremium aus Vertreter:innen der beteiligten Kirchengemeinderäte, das den Prozess einer möglichen Neugründung begleitet. Es sammelt Informationen, strukturiert Diskussionen und bereitet Entscheidungsgrundlagen für die Gremien vor Ort auf.
Regionalisierung
Regionalisierung bedeutet, dass der Kirchenkreis in Regionen eingeteilt wird, die enger zusammenarbeiten. Der Begriff beschreibt sowohl die Struktur (Regionen) als auch den Prozess des Zusammenwachsens, der gemeinsamen Planung und der abgestimmten Maßnahmen.
Regionalkonferenz
Die Regionalkonferenz ist das Beratungs- und Abstimmungsgremium einer Region. Hier werden Themen besprochen, die die Region betreffen – etwa gemeinsame Konzepte für Kirchenmusik oder Jugendarbeit. Bestimmte Beschlüsse sind Voraussetzung für eine Co‑Finanzierung durch den Kirchenkreis.
Verbundpfarrstelle
Ein früheres Modell, bei dem eine Pfarrstelle mehreren Gemeinden zugeordnet war. Dieses Modell wurde durch den Pfarrsprengel abgelöst.
Begriffe für Prozesse und Entwicklung
Change‑Management
Change‑Management bezeichnet das geplante und gesteuerte Vorgehen, um Veränderungen in Betrieben oder bei uns im Kirchenkreis erfolgreich umzusetzen. Dazu gehören Analyse, Zielklärung, Beteiligung der Betroffenen, transparente Kommunikation, Umgang mit Widerständen und die Begleitung der Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen. Ziel ist, Veränderungen nachvollziehbar, tragfähig und dauerhaft wirksam zu gestalten.
Projektentwicklung
Projektentwicklung umfasst alle Schritte von der ersten Idee bis zur Umsetzung eines Vorhabens. Dazu gehören Bedarfsanalyse, Konzeptentwicklung, Abstimmung mit Gremien, Zeit‑ und Finanzplanung sowie die Organisation der Durchführung. Im Kirchenkreis Rantzau‑Münsterdorf wird der Bereich Umnutzung kirchlicher Gebäude durch Projektentwicklerin Monika Martens abgedeckt. Sie unterstützt Gemeinden dabei, tragfähige Nutzungs‑ und Zukunftskonzepte für Gebäude zu entwickeln.
Transformation
Transformation beschreibt tiefgreifende Veränderungen in Kirche und Gemeinden. Sie betrifft Strukturen, Arbeitsweisen, Rollen und manchmal auch das Selbstverständnis einer Gemeinde. Anders als eine einzelne Maßnahme umfasst Transformation einen längeren Prozess, in dem sich Organisationen an neue Rahmenbedingungen anpassen – etwa sinkende Mitgliederzahlen, neue Aufgaben oder veränderte Erwartungen der Gesellschaft.
Veränderung
Veränderung meint jede Anpassung in der Organisation: neue Abläufe, neue Zuständigkeiten, neue Formen der Zusammenarbeit oder neue Angebote. Veränderungen können klein sein (z. B. neue Öffnungszeiten) oder größer (z. B. Zusammenlegung von Aufgaben). Sie sind Teil des kontinuierlichen Entwicklungsprozesses einer Kirchengemeinde.
Verwaltungseinheiten
Verwaltungseinheiten sind abgegrenzte Zuständigkeitsbereiche. Aktuell ist jede Kirchengemeinde eine Verwaltungseinheit und damit eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Durch Strukturprozesse können neue Verwaltungseinheiten entstehen oder bestehende sich verändern.
Begriffe aus dem Baubereich
Denkmalschutz
Bauliche Veränderungen an denkmalgeschützten Gebäuden sind möglich, aber genehmigungspflichtig. Zuständig sind die unteren Denkmalschutzbehörden der Kreise und Städte. Anfragen zu Veränderungen laufen immer über die Bauabteilung und unter Beteiligung des Landeskirchenamtes Kiel, Dezernat Bauwesen, Bau- und Denkmalpflege.
Erbbaurecht
Die Kirche bleibt Eigentümerin des Grundstücks, erlaubt aber die Nutzung oder Bebauung gegen einen jährlichen Erbbauzins. Das ist oft günstiger als ein Grundstückskauf und sichert der Kirche langfristig Einfluss auf die Nutzung.
Gutachten
Gutachten liefern eine unabhängige Bewertung von Gebäuden oder Grundstücken. Sie helfen bei Entscheidungen über Sanierung, Verkauf oder Nutzung. Wichtige Formen sind Wertgutachten, Baugutachten und Schadensgutachten.
Kirchland und Pfarrland
Kirchland gehört der Gemeinde und wird häufig verpachtet. Pfarrland dient der Versorgung der Pfarrstelle. Beim Verkauf von Pfarrland fließen Erlöse in die Rücklage „Pfarrvermögen“.
Kommunale Ausgleichszahlungen
Kommunale Ausgleichszahlungen sind Kostenbeteiligungen der Kommune, wenn kirchliche Einrichtungen Aufgaben für alle Bürgerinnen und Bürger übernehmen. Bei Simultanfriedhöfen beteiligt sich die Kommune an den laufenden Betriebs‑ und Unterhaltungskosten. Diese Zahlungen sind keine Staatsleistungen.
Staatsleistungen
Staatsleistungen sind historische Entschädigungszahlungen der Bundesländer an die Kirchen. Sie gehen auf den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zurück; ihre Ablösung ist seit 1919 vorgesehen, aber noch nicht umgesetzt. Sie sind von kommunalen Kostenregelungen – etwa bei Friedhofsfragen – klar zu unterscheiden.
Verkauf kirchlicher Grundstücke
Kirchliches Land darf nur in Ausnahmefällen verkauft werden, etwa bei Infrastrukturprojekten oder wenn ein Grundstück dauerhaft keinen Ertrag bringt. Vor jedem Verkauf muss geprüft werden, ob ein Erbbaurecht ausreicht. Erlöse aus Pfarrland fließen in die Rücklage „Pfarrvermögen“.
Begriffe aus dem Bereich Digitalisierung
ALLRIS
ALLRIS ist unser digitales Informationssystem für Gremienarbeit. Es stellt Vorlagen, Protokolle und Sitzungstermine zentral bereit und unterstützt transparente Entscheidungsprozesse in kirchlichen Räten und Ausschüssen.
Archikart
Archikart ist unsere Fachanwendung für Liegenschaften. Sie unterstützt die Verwaltung kirchlicher Grundstücke und Gebäude und nutzt dafür Geodaten, einschließlich der Anbindung an ALKIS, um Flächen und Objekte präzise darzustellen.
DMS
Ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) dient der zentralen, digitalen Ablage und Bearbeitung von Dokumenten. Es strukturiert Arbeitsabläufe, ermöglicht revisionssichere Archivierung und unterstützt transparente, nachvollziehbare Verwaltungsprozesse.
DokuWare
DokuWare ist die technische Plattform für unser künftiges digitales Dokumentenmanagement. Sie bildet die Grundlage für die zentrale Dokumentenverwaltung sowie den elektronischen Rechnungseingang und unterstützt einheitliche, nachvollziehbare Arbeitsprozesse.
Hades
Hades ist unsere Fachanwendung für das Friedhofswesen. Sie unterstützt die Verwaltung von Grabstätten, Verträgen, Gebühren und Belegungen und erleichtert damit die organisatorischen und administrativen Aufgaben rund um die Friedhofsverwaltung.
JobRouter
JobRouter unterstützt den elektronischen Rechnungseingang sowie die digitale Bearbeitung und Freigabe von Rechnungen im Kirchenkreis. Der Rechnungsanordnungsprozess läuft darüber strukturiert und nachvollziehbar – ohne papierbasierte Abläufe oder Stempel. Künftig soll JobRouter auch weitere Arbeitsabläufe automatisieren.
KI: MS Copilot
MS Copilot ist derzeit der einzige DSGVO‑konforme KI‑Dienst, den wir im Kirchenkreis zur aufgabenunterstützenden Arbeit einsetzen. Er hilft beim Erstellen von Texten, Analysen und Recherchen. Copilot wird ausschließlich innerhalb unserer geschützten M365‑Umgebung genutzt.
KirA
KirA ist die kirchliche Fachanwendung für das Meldewesen. Sie unterstützt die Erfassung und Verwaltung von Mitgliederdaten und erleichtert damit Meldepflichten, Statistikaufgaben und Verwaltungsabläufe in den Kirchengemeinden.
Loga
Loga ist unsere Fachanwendung für das Personalwesen. Sie unterstützt die Verwaltung von Mitarbeitendendaten, Stellen, Entgeltabrechnung, Zeiterfassung und Arbeitszeitprozessen. Perspektivisch führt die Landeskirche Loga flächendeckend in allen Kirchenkreisen ein.
MS Teams
Microsoft Teams ist die zentrale Plattform für Zusammenarbeit im Kirchenkreis. Teams und ihre Kanäle strukturieren Aufgaben, Dateien und Kommunikation und unterstützen die koordinierte Arbeit in Gruppen, Gremien und Projekten.
MS365
Microsoft 365 ist unsere zentrale Arbeitsumgebung mit EMail, OfficeAnwendungen und digitalen Kollaborationswerkzeugen. Wir nutzen derzeit eine selbstverwaltete M365Umgebung und wechseln perspektivisch in die landeskirchliche Umgebung der Nordkirche.
OneDrive
OneDrive ist der persönliche, cloudbasierte Speicherplatz aller Mitarbeitenden in unserer M365Umgebung. Hier können Dateien sicher abgelegt, geteilt und von verschiedenen Geräten aus genutzt werden.
SharePoint
SharePoint dient als gemeinsamer, cloudbasierter Ablage und Arbeitsbereich für Dateien, auf den mehrere Personen zugreifen können. Im Unterschied zu OneDrive ist SharePoint kein persönlicher Speicher, sondern unterstützt den strukturierten Datenaustausch in Teams und Arbeitsgruppen.
