„Wir haben 37 Kirchengemeinden, aber in wenigen Jahren werden es vielleicht 14 oder 15 sein“, sagt Thomas Schollas, Pastor für Gemeinde- und Personalentwicklung. Er wurde vom KKR mit der Begleitung und Realisierung des Zukunftsprozesses beauftragt. Denn die Strukturveränderungen in den Kirchengemeinden und die neuen Rahmenbedingungen werden sich auch für die Mitarbeitenden im KVZ bemerkbar machen. Folglich will sich der Kirchenkreis auch hier solide für die Zukunft aufstellen.
Arbeitsplätze dauerhaft sichern
Eine Priorität dabei ist, die Arbeit so zu organisieren, dass Arbeitsplätze dauerhaft gesichert werden und die Menschen auch künftig gern bei der Arbeitgeberin Kirche arbeiten. Gleichzeitig müssen die Aufgaben künftig mit weniger Personal kompetent erfüllt werden. Gegenseitige Entlastung und Vertretungen werden dabei immer wichtiger.
Um das beschriebene Spannungsfeld zu verstehen, wird „Change-Manager Schollas“ in den kommenden Monaten häufig im Besprechungsraum des KVZ anzutreffen sein. Denn Gespräche mit allen Mitarbeitenden sind der erste große und wichtige Baustein des Prozesses. „Ich möchte darüber sprechen, welche Stärken und Schwächen die Mitarbeitenden in ihrem Arbeitsalltag sehen, wie sie in die Zukunft blicken und welche Ideen sie haben“, sagt der Organisationsentwickler. Überhaupt solle Raum entstehen für neue Wege, für Experimentierfreude und auch für eine Kultur, in der Fehler erlaubt sind. Ein halbes bis dreiviertel Jahr, so schätzt Schollas, wird diese erste Phase dauern. Am Ende sollen Ideen stehen, wie eine Verwaltung der Zukunft aussehen kann – verbunden mit der Frage, wie die jeweiligen Aufgaben künftig konkret gestaltet werden können.
Schollas betont, dass der Prozess ergebnisoffen geführt wird: "Wir können nicht absehen, wie der Prozess der Nordkirche in Sachen Verwaltungsstrukturen weitergeht. Deswegen gibt es auch kein festes Enddatum für dieses Projekt. Zwischenergebnisse und die weiteren Schritte werden jeweils mit dem KKR abgestimmt.“
Change-Runde auch mit Stabstellen und Gemeindebüros
Ein weiterer wichtiger Baustein ist eine gute Kommunikationsstruktur. Dafür haben KKR und Pröpste bereits neue Formate geschaffen. Seit Mai gibt es eine monatliche digitale Change-Runde, an der neben den Pröpsten und der KKR-Leitung die Stabsstellen, die Verwaltungsleitungen, Teamleitungen des KVZ sowie Gemeindebüros teilnehmen. Hier sollen Informationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zusammenkommen, Aufgaben schneller kanalisiert und Arbeitsabläufe besser aufeinander abgestimmt werden. Daneben gibt es weiterhin Leitungsrunden sowie kleinere Abstimmungsformate zwischen Verwaltungsleitung und Stabsstellen. Denn die Überzeugung der Leitung ist klar: Wenn Geld, Personal und Strukturen knapper werden, wird gute Zusammenarbeit umso wichtiger. „Veränderung gelingt nur gemeinsam. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen aus unterschiedlichen Bereichen miteinander im Gespräch bleiben und voneinander wissen, woran sie arbeiten“, sagt Propst Thielko Stadtland.

