Wertschätzung für Kita-Mitarbeitende: Darum ist ein Dankesnachmittag wichtig

Alessa Pieroth

Am 17. und 31. Januar lädt der Kita-Ausschuss im Namen des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf alle Kita-Mitarbeitenden zu einem Wohlfühlnachmittag ein. „An diesem Tag geht es darum, einmal nichts leisten zu müssen, sondern einfach nur da zu sein“, sagt Daniela Tillmann, Leiterin in der evangelischen Kita Kunterbunt. Sie und Propst Steffen Paar gehören zum Vorbereitungsteam und sprechen im Interview über Verantwortung, Gemeinschaft – und warum Wertschätzung in der pädagogischen Arbeit einfach dazugehört.

Propst Paar, einen Dankesnachmittag für Kita-Mitarbeitende – warum braucht es so einen Tag? 

Propst Steffen Paar: Weil Kita-Mitarbeitende oft diejenigen sind, die tragen, auffangen und begleiten. Sie sind für Kinder da, für Eltern, für ihre Kolleginnen und Kollegen. Der Dankesnachmittag dreht diese Perspektive einmal um. Er sagt: Auch wir als Kirchenkreis und Struktur sorgen für Euch! 

Frau Tillmann, was bleibt im Kita-Alltag häufig unsichtbar? 

Daniela Tillmann: Vor allem die emotionale Arbeit. Entscheidungen treffen, Konflikte moderieren, Sorgen ernst nehmen – und dabei verlässlich präsent bleiben. Das geschieht oft leise. Und doch bricht das Kartenhaus ohne die Kita-Mitarbeitenden zusammen. Sie sind das Fundament, auf dem alles andere aufbaut. 

Der Dankesnachmittag ist kein Fortbildungstag und kein Pflichttermin. Warum? 

Tillmann: Viele Mitarbeitende erleben ihren Alltag im Modus des Funktionierens. An diesem Tag geht es darum, einmal nichts leisten zu müssen, sondern einfach da zu sein. 

Was war Ihnen beiden bei der Gestaltung des Nachmittags besonders wichtig? 

Tillmann: Freiwilligkeit, Angebote, die stärken: Gespräche, kleine Impulse, Momente der Ruhe. Wertschätzung ist für mich das Schlüsselwort in der pädagogischen Arbeit. Es bedeutet mehr als hier und da ein Dankeschön. Es bedeutet Räume zu öffnen, in denen Menschen sich gesehen fühlen. 

Paar: Und der Nachmittag soll einfach schön sein. Wie ein wohltuendes Bad in Musik, gutem Essen, Gemeinschaft und Dank. 

Evangelische Kitas unterscheiden sich von anderen Trägern. Worin zeigt sich diese Besonderheit – gerade im Blick auf die Mitarbeitenden, Propst Paar? 

Paar: Evangelische Trägerschaft erinnert daran, dass wir alle Gottes Ebenbilder sind. Das prägt unseren Umgang miteinander. Mein Ziel ist, dass in diesem Miteinander Gott etwas von Gott aufleuchtet, ohne dass wir davon immer sprechen müssen. Unsere Mitarbeitenden, wie auch die Kinder, sind unsere Schätze, Wertschätzung für sie zeigt sich darin, ihnen ehrlich zuzuhören, von ihnen lernen zu wollen, Belastungen ernst zu nehmen und Räume für Austausch zu öffnen. 

Kann ein solcher Nachmittag langfristig etwas verändern? 

Tillmann: Manchmal reicht ein Moment, um neue Kraft zu schöpfen. Und um sich daran zu erinnern, warum man diesen Beruf gewählt hat. 

Paar: Die Herausforderungen bleiben. Ein einzelner Tag löst sie nicht. Er kann jedoch ein Anfang eines Weges sein. 

Zum Schluss: Was möchten Sie den Kita-Mitarbeitenden sagen? 

Tillmann: Ihr seid nicht selbstverständlich. Danke für jeden Einzelnen in seinem Wirken und Tun.

Paar: Ich danke Ihnen von Herzen. Sie bringen Gott und Kirche ins Leben. Und zwar genauso wie Sie sind.

Veröffentlicht am Mo. 12.01.2026