Elmshorn, Königsstraße. Es ist der 20. Juni 2026. Rund vierzig Menschen sitzen an einer langen Tafel mit weißem Tischtuch, darauf Rosensträuße und übergroße silberne Kerzenleuchter. In der Mitte: lange Platten gefüllt mit Cabanossi und Käse, Schinken, Oliven und Kaviar, frischem Brot, Knoblauchcreme, getrockneten Tomaten und gefüllter Paprika.
Alle haben Hunger. Alle sind bereit. Und es ist alles da. Draußen ist es warm, in der Luft liegt Zufriedenheit, eine angenehme Hektik und freudige Gespanntheit. Alle sind gekommen, die meisten von ihnen haben nicht oft ein Vier-Gänge-Menü. Vielleicht ist es für einige das erste. Aber was, wenn der Hunger größer ist? Was wenn es nicht reicht? Was wenn es nicht satt macht? Was, wenn morgen alles wie immer ist? Hat es dann was gebracht? Dann ist es doch nur ein kurzes Funkeln in den Augen, welches schnell wieder verglüht…
Denn kein Brot macht ewig satt. Kein Essen hält für immer an. Aber für einen Moment. Für einen Moment macht es satt dazusitzen und alles zu haben, was der Moment braucht, um genau der richtige zu sein. Und es wird den Tag geben, da können wir davon zehren. Von den satten Momenten unseres Lebens, die wir so dringend brauchen.
Wenn Jesus sagt: Ich bin das Brot des Lebens, gibt er uns dieses Versprechen: Selbst, wenn du hungerst nach allem allzu Menschlichen. Wenn du zu schwach bist, dich zu stärken. Dann kann ich der Moment deines Lebens sein, der dich satt macht. Der, von dem du zehren kannst.
Thea Lüth, Vikarin der Emmauskirchengemeinde Elmshorn
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