Fürchte ich mich nicht so sehr? Denn da sind so viele finstere Mächte und böse Geister in dieser Welt und im eigenen Land am Wirken, und die kommen ganz hinterlistig und harmlos erscheinend daher. Eben nicht a la Hollywood als furchtbare Kreaturen, wodurch sie sofort erkennbar wären, sondern in vielfältigen bösen oder verlogenen menschlichen Verhaltens- und Denkweisen, die uns einlullen wollen mit unaufrichtigem Verständnis und uns in Wirklichkeit z.B. nur Lügen und Fremdenhass einflüstern und alles in unserem Land schlechtreden oder aber Menschen, die ihnen anvertraut sind, missbrauchen.
Erkennbar werden diese bösen Geister in den Situationen, wo die so gar nicht wohlwollend mit ihnen widersprechenden Menschen umgehen. Durch alle Gesellschaftsschichten dringen solche bösen Geister, und da sollte mir nicht angst und bange werden? Doch Furcht ist die schlechteste Grundlage, dieser Welt voller „Teufel“ zu begegnen.
Paul Gerhard dichtete in der Zeit nach seinen schlimmen Erlebnissen während der Zeit des 30-jährigen Krieges: „Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich…“ – doch wann ist Gott für mich? – Dann, wenn ich meinem Mitmenschen (dazu zählt jeder Erdenbürger!) zunächst so behandle und ihm gegenüber auftrete, wie ich es mir gegenüber auch von anderen Mitmenschen wünsche: Respektvoll, wohlwollend, aber auch ehrlich und kritisch!
Mit Gewalt und Ausgrenzung kann ich „Teufel“ nicht bekämpfen, sondern nur verhärten. Der stete Tropfen höhlt den Stein, und dieser stete weiche Tropfen kann nur die ehrliche und hinterfragende Nächsten- und Feindesliebe sein. Mit diesem Elixier fülle Gott unser Herz, unseren Verstand und unsere Seele.
Pastor Holger Pentzien, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Kellinghusen
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