Loriot hat viele tiefgründige Sketche geschrieben. Einer trägt den Titel „Feierabend“: Ein Mann sitzt in seinem Sessel und auf die Frage seiner Frau, was er denn mache, antwortet er: „Ich sitze hier.“
Es ist ein Plädoyer für das Nichtstun. Einfach in einem Sessel oder auf einer Bank sitzen und seinen Gedanken nachhängen, ohne einen bestimmten Zweck oder ein bestimmtes Ziel. Heute ist dies etwas aus der Mode gekommen. Müßiggang, wie man es früher nannte, ist nicht mehr so angesagt. Zurzeit wird eher darüber diskutiert, die Arbeitszeit zu verlängern – sei es die Wochen- oder Lebensarbeitszeit.
Der Kostendruck und die Effektivität stehen im Vordergrund. Dabei bedeutet einfach Herumsitzen nicht, dass nichts geschieht. Denn wenn ich meinen Gedanken nachhänge, sie schweifen lasse, dann kommen mir oft von ganz alleine die besten Einfälle. Und dies, obwohl ich selber gar nichts dafür leiste. Es geschieht ohne mein Zutun, einfach so. Es entwickeln sich neue Ideen, die langsam wachsen und Gestalt annehmen.
Auch Jesus hat sich diese Zeiten des Nichtstuns genommen, wenn er sich auf einen Berg zurückzog und dort seinen Gedanken nachhing. Danach sah er wieder klarer, wusste, was sein Auftrag war. Und er hat auch anderen Mut gemacht, es ihm gleich zu tun, wenn er sagt: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter Lasten leidet! Ich werde euch Ruhe schenken!“
Also sitzen sie in der kommenden Woche doch einfach ein bisschen herum und warten ab, was passiert.
Pastor Thomas Johannsen, Pfarrsprengel Lägerdorf und Neuenbrook
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