Das Fensterwerk der Thomaskirche in Elmshorn

Die Handschrift des Charles Crodel

„In aller Eile und entschuldigen Sie bitte auch die Postkarte (bei uns sind in jedem Zimmer die Maurer!!)“ schrieb Charles Crodel, international anerkannter Glaskünstler, im Dezember 1963 ans Landeskirchenamt Kiel. Auf handgroßer Textfläche skizzierte der Professor seine Gestaltungsvorschläge für die Einzeldarstellungen der Thomaskirchenfenster. Das Amt hatte einen Vorentwurf erbeten, der als Dia geschickt, während des Transportes zerbrach. So reagierte Crodel etwas unkonventionell ersatzweise per Postkarte. Sie ist im Kirchenkreisarchiv Wrist einsehbar.

Crodel (1894 bis 1973) schuf die wunderschönen Fenster der Thomaskirche Elmshorn in den Jahren 1963/64. Besonderes Augenmerk legte er beim elf Meter hohen Altarfenster sowie den zehn Seitenfenstern auf die Schwarzlotlasur. Dies ist ein aquarellartiges Malmittel, das erlaubt, im Verbund mit dem Bleirutennetz direktes Licht in der Scheibe zu halten und durch Behandlung der Lasur Farbwirkungen in den einzelnen Glasstücken zu modulieren. Eingeschlossene Luftbläschen oder Schraffierungen im Glas öffnen die lichtdämpfende Schwarzlotschicht und erhöhen den Kontrast. Eingeritzte Muster geben den Flächen wirkungsvollen, lebendigen Glanz. Beim genauen Hinsehen ist in einigen Motiven die Handschrift Crodels mit Beitexten sichtbar. Bei Sonnenlichteinfall entfaltet sich der besondere Reiz der sogenannten Antikglasstücke. Jedes einzelne wirkt in seiner Farbigkeit und Struktur anders.

Die Bildmotive thematisieren biblische Szenen. Die untere Bildreihe des Altarfensters zeigt, dass die Gemeindeglieder nach Jesu Auftrag „Licht der Welt“ sein sollen. Die Reihe darüber thematisiert sein Leiden und Sterben mit Motiven der offenen Grabhöhle, umrahmt von vor Furcht zitternden Bewachern und den erleuchteten Jüngern. Die Bildmitte dominiert der zweifelnde Thomas, der seine Hand in die Seite des Gekreuzigten legt. „Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ spricht Jesu. Dieser Spruch, in Verbindung mit der Ansicht vieler Menschen, nur das zu glauben, was sie sehen, hat der Kirche ihren Namen gegeben. Weitere Motive zeigen den „Menschenfischer“ Petrus und den brennenden Dornbusch. Auf den Seitenfenstern locken Jonas, gefangen im Bauch eines Wales, das Weinwunder von Canaan oder das Land, wo Milch und Honig fließt zum Anschauen. Besonderer Hingucker ist das Walfängerschiff mit dem Schriftzug „Elmshorn“.

Gerade bei guten Lichtverhältnissen in den Morgenstunden offenbart sich der Zauber, die Fragilität und überhaupt die beeindruckende Schönheit des Fensterwerks in der Thomaskirche am besten.

Text und Foto: Uta Robbe

Deckengemälde in der St. Jürgenkirche Horst

Wiederentdeckte Lobpreisungen

Haben Sie in einer Kirche schon mal das Bedürfnis verspürt, sich auf den Rücken zu legen und die Decke anzusehen? Und das nicht etwa, weil die Predigt langweilt und der Wunsch nach einem Mittagsschläfchen aufkommt. Wer seinen Blick in der St.-Jürgen-Kirche in Horst Richtung Gewölbe richtet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit als erstes Wort des Staunens „Wow“ sagen.

Der auffälligste Hingucker in der 250 Jahre alten Dorfkirche ist nämlich die großflächig bemalte Decke aus Fichtenholzdielen. Eine Vision in türkis-braun und weiß-gold auf der beflügelte Engel über die gesamte Fläche verteilt schweben. Sie umspielen mit verschiedenen Instrumenten das zentrale Bild über dem Mittelgang. Es zeigt die Lobpreisung der 24 Ältesten vor Gottes Thron und dem Lamm – gemeint ist der gekreuzigte und auferstandene Christus – der allein würdig ist, das Buch mit den Sieben Siegeln zu öffnen und zu offenbaren, was noch geschehen soll. An den Seiten sind in goldfarbenen Lettern Namen von Würdenträgern vermerkt, die sich der Kirche, ihrem Bau und der Erhaltung verdient gemacht haben. So wurden beispielsweise „Jacob Strüben, Bevollmächtigter des Kirchenspiels“ ebenso wie „Willhelm Bardewick königl. BauInspecteur als Baumeister dieser Kirche“ verewigt.

Dass diese um 1768 entstandene Deckenmalerei wieder sichtbar wurde, ist Pastor Dietrich Krüger (1959 bis 1972) zu verdanken, denn aus einem bislang nicht bekannten Grund, hatten sich die Kirchenvorderen 1861 entschlossen, die Malereien nicht mehr leiden zu mögen. Kurzentschlossen wurde alles in schlichtem Grauton übermalt und wäre fast in Vergessenheit geraten, wenn nicht… ja, wenn nicht Pastor Krüger 1965 im Rahmen der Innenrenovierung des Gotteshauses für die 200-Jahr-Feier ein kleines Stückchen des Farbauftrages über seinem Predigtplatz vor dem Altar hätte abkratzen lassen. Zum Vorschein kam eine mit weißem Strahlenkranz ummalte Taube und ein Geige spielender Engel. Man kann sich die Begeisterung in der Gemeinde vorstellen. Ein wiedergefundener Schatz in der Kirche! Es wurden Fachleute beauftragt, die die Deckenmalereien auf einem Gerüst und „über Kopf arbeitend“ in mühevoller kleinstflächiger Spachtelarbeit freilegten und restaurierten. Das Ergebnis ist noch 50 Jahre später ein Hingucker. Wobei wir wieder beim anfänglich erfragten Bedürfnis sind, sich der Länge nach hinzulegen um die Malereien ausgiebig anzuschauen. Vielleicht spendiert ja jemand eine „Engelgucker-Couch“ anlässlich des 250 Bestehens der Kirche, das im November dieses Jahres ausgiebig gefeiert werden soll.

Text und Fotos: Uta Robbe

Wasmeraltar in der St. Laurentiikirche Itzehoe

Ein Altar wie eine Puppenstube

Margaretha Wasmer (1609 – 1691) war eine gebildete Frau. Sie stammte aus einer geachteten, wohlhabenden Familie – und wusste diese Voraussetzung gut zu nutzen. Als Stifterin der Kanzel und des barocken Altars von 1661 in der Stadtkirche St. Laurentii im Zentrum von Itzehoe ist ihr Name noch nach Jahrhunderten bei jeder Führung durch das Gotteshaus in aller Munde.

Margaretha Wasmer, geborene Kielmann, war der Kirche durch Familienbande zeitlebens verbunden. Ihr Vater war Klostervogt in Itzehoe, Ehemann Benedict Ratsherr und Klosterschreiber. Ihr jüngerer Bruder Johann Adolph gilt heute als Paradebespiel für sozialen Aufstieg durch Bildung im 17 Jahrhundert. (Als Herzogsberater am Gottorfer Hof wurde er in den Adel erhoben). Margaretha führte ihm nach dem Tod ihres Mannes in Hamburg den Haushalt. Vielleicht kam dort auch der Kontakt mit der Werkstatt von Hein Baxmann dem Jüngeren zustande, einem bekannten Holzschnitzer und Altarbauer. Die Schenkung von Margarethe Wasmer fällt in die Zeit des Dänisch-Schwedischen Krieges. Die Hallenkirche war beim Stadtbrand 1657 weitgehend vernichtet worden und nur provisorisch wiederhergestellt. Man kann sich vorstellen, wie erfreut und dankbar die Altvorderen in Itzehoe über so eine wertvolle Gabe waren, die wohl auch Gottvertrauen und Zuversicht für den erneuten Aufbau des Gotteshauses signalisieren sollte.

Der Schnitzaltar besteht aus 24 Motiven. Mit den teils vollplastischen Figuren wirken diese durch ihre Dreidimensionalität wie aneinandergereihte Puppenstübchen, die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zeigen. Der Betrachter kann sie wie ein Buch „lesen“. Oben links mit dem Sündenfall beginnend, folgen verschiedene Szenen wie Golgatha, Kreuzigung oder Auferstehung. Die Themenfolge endet unten rechts mit Marias Himmelfahrt. Vor allem dieses Bild bringe Beobachter ins Diskutieren, erläutert Historiker Ingo Lafrentz bei seinen Kirchenführungen. Man müsse man sich die Künstler vorstellen, die die Altararbeiten so ausführten, wie man sich 1661 die Welt vorstellte. Und in der Volksfrömmigkeit wollte man Maria – immerhin die Gottesmutter – nicht als normal-sterblichen Menschen zeigen, sondern mit der Himmelskrönung besonders ehren.

An den Altarseiten sind Engelsköpfe zu sehen, die von Fachleuten wegen ihrer Ausarbeitung als besonders wertvoll bezeichnet werden. Daneben haben sich Margaretha und Benedict Wasmer mit ihren Namen und der Jahreszahl 1661 verewigt. Sogenannte Grotesken oder Fratzen auf den Leisten sollen den Menschen erinnern: Wo das Heilige ist, ist das Böse nicht weit. Das gilt auch für das Abendmahlmotiv im unteren Teil des Altars. Nur Judas, der Jesus verraten hat, blickt Richtung Betrachter, als wolle er mahnend sagen: Pass auf, Mensch! Eine Warnung, die heute bedeutsamer denn je ist.

Text: Uta Robbe Foto: Lisa Scheide

Emporenbilder in Kollmar

Farbintensive Kunstwerke von Bodil Kaalund

Wenn Sie, lieber Leser, sich einen Kirchenschatz vorstellen … würden Sie etwas Altes vor ihrem geistigen Auge sehen? Und wo würden Sie ihn aufbewahren? In den Tiefen einer Gruft oder im Tresor? Alarmgesichert im Kirchenkreisarchiv? Da halten es die Kollmaraner in ihrer kleinen Dorfkirche pragmatischer. Ihr Schatz ist 22-teilig, modern, farbenfroh und für jedermann sichtbar. Selbstironisch erzählt Pastorin Sylvia Zwierlein, dass sie durchaus Gottesdienstbesucher beobachte, die weniger ihrer Predigt lauschen würden, dafür aber interessiert den Blick über den in Deutschland wohl einzigartigen „Schatz“ gleiten ließen.

Die 22 Emporenbilder, gestaltet von der dänischen Künstlerin Bodil Kaalund (1930-2016), sind Hingucker der besonderen Art. In der schlichten Kirche fallen sie durch ihre farbintensive Leuchtkraft sofort ins Auge. Elf Acrylölbilder sind unter der Empore mit den Sprossenglasfenstern beidseitig der Orgel im Altarbereich angebracht. Weitere elf sind an der Empore im hinteren Bereich der Kirche befestigt. „Die Bilder hat Kaalund eigens für unsere Kirche gemalt“, berichten Sylvia Zwierlein und Frank Petrusch. Der Vorgänger des Pastorenehepaares habe die Künstlerin im Jahr 2009 während eines Urlaubs kennengelernt und den Kirchenvorstand auf die durch große spirituelle Ausdruckskraft geprägten Bilder aufmerksam gemacht. Im Rahmen einer Ausstellung wurde die damals 80-jährige Künstlerin nach Kollmar eingeladen. So wuchs die Idee, auch für diese Kirche Bilder zu malen.

Der Kirchengemeinderat gab die Titel der alt- und neutestamentlichen Motive vor, wie „das Paradies“, „das Geburtsfest Jesu“ oder „wundersame Brotvermehrung“ und „Sünderin am Brunnen“. Bodil Kaalund setzte die Vorgaben künstlerisch um und schuf einzigartige Bilder mit fröhlichen Farben. Die Bilder sind von links nach rechts in chronologischer Reihung aufgehängt und sowohl farblich als auch inhaltlich aufeinander abgestimmt. „Man sollte sich Zeit lassen die Bilder zu betrachten und sowohl Details als auch das Ganze auf sich wirken zu lassen. Sie werden feststellen, dass sie lebendig werden und Gestalten, die vorher nicht sichtbar waren, auftauchen“, meinen die Pastoren.

Doch wie finanziert eine Gemeinde den Ankauf von 22 Bildern, die pro Stück rund 3000 Euro gekostet haben? „Nur über Spenden und Fundraising“, erklärt Petrusch. Ein Förderkreis warb Geld ein, indem man Bauernmärkte und Basare mit Kaffee- und Kuchenverkauf veranstaltete sowie die Idee hatte, Schrott und Altmetall zu sammeln und weiterzuverkaufen. Hierfür wurde die Kirchengemeinde Kollmar-Neuendorf sogar mit einem Preis für originelles Fundraising ausgezeichnet.

Mit dem Tod Kaalunds hat die Kirchengemeinde eine über die Jahre liebgewonnene Künstlerfreundin verloren, aber auch ein Alleinstellungsmerkmal gewonnen. Ihre Bilder sind einzigartig in Deutschland. Sie locken Fachleute und kirchlich Interessierte in die 570 Jahre alte Dorfkirche in der Marsch.

Text und Fotos: Uta Robbe

St. Nikolai Elmshorn in den Wogen der Zeit

Die Mozart-Rose, ein verbrannter Alabaster-Altar, das Wappen vom Major

... ein „feuerspeiender Vulkano“ oder die wertvolle Taufschale: Die Elmshorner St. Nikolaikirche gehört zu den ältesten Kirchen im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf. Seit dem 14. Jahrhundert ist sie aufs engste mit der Ortsgeschichte und seinen Bewohnern verwoben. Ein Gang um und in die Kirche ist wie eine Zeitreise auf der es viel zu entdecken gibt.

An der Ostwand der Kirche blüht in der warmen Jahreszeit eine kleine Rose. Sie markiert das Sakrarium, einen Ausguss, der dazu dient, Taufwasser und Reste vom Abendmahlwein nicht einfach wegzuschütten, sondern aufzufangen und in ein Rosenbeet abzuleiten. Gepflanzt wurde die rosafarbene „Mozart“-Rose von Christa Seger, die, gemeinsam mit dem Kirchenvorstand, einen altkirchlichen Brauch aufleben lassen wollte. „Wenn ich das Beet von Unkraut befreie werde ich manchmal gefragt: Haben sie keinen Garten?“, meint Seger. Sie erzählt dann die Geschichte mit dem Wein und Taufwasser. Meistens seien die Menschen berührt und manche meinen sogar: „Man müsste mal eine Tafel an die Mauer anbringen. So etwas weiß man doch überhaupt nicht.“

Betritt man den Haupteingang kommt man in die Turmhalle. Dort hängt in luftiger Höhe das Wappen von Major Gabriel von Prüßing (1600 bis 1675). Der trinkfreudige, aber von Zeitgenossen als sehr jovial beschriebene Kapitänleutnant kam während des 30-jährigen Krieges als 27-Jähriger mit den Truppen des kaiserlichen Oberbefehlshabers Tilly nach Holstein. Er verliebte sich in die Wirtstochter Anna, Tochter von Johannes Stövning, dem Besitzer des größten Gasthofes am Ort. Zeitlebens soll er „ein tüchtiger, tapferer Kriegsmann, nach rechter Landsknechtsart“ gewesen sein und „auch noch im höheren Lebensalter stets bereit, wieder zum Schwert zu greifen, Weib und Kind zu verlassen und das friedliche Gewerbe eines Gastwirts mit dem Kriegshandwerk zu vertauschen“, berichtet Heimatforscher Konrad Struve in seinem Werk „Die Geschichte der Stadt Elmshorn“. Doch immer kehrte Prüßing wieder zurück und starb im Alter von 75 Jahren als geachteter Geschäftsmann und treuer Kirchgänger. Sein Wappen zählt zu den ältesten Besitztümern des Gotteshauses und zeigt die Nikolaikirche vor ihrer Zerstörung durch die Schweden im Jahr 1657, vielleicht sogar vor dem Turmbrand von 1648. ▶

▶ 1641 bekam die Kirche einen Altar aus Alabaster (meist weißer, feinkörniger Gips), der alle Kirchgänger mit Stolz auf seine Schönheit erfüllte. Stifter war Otto von Aspern, Landwirt auf Klostersande. Leider konnte der Altar nicht lange bewundert werden, er verbrannte 1657. Der Stifter wünschte, dass er vor dem Altar die letzte Ruhe finden sollte. Seine Grabplatte, leider unter dem jetzigen Fußboden verborgen, existiert noch heute. Vor einigen Jahren stifteten von Asperns Nachfahren – die Familie Wehrmann – deshalb eine Gedenkplatte vor dem jetzigen (nach 1660 entstandenen) Altar.

1682 erhielt St. Nikolai sein erstes Taufbecken. Finanziell beteiligte sich daran eine Hebamme namens Cornelia Radüchel. Es scheint bemerkenswert, dass eine Frau – noch dazu in einem Beruf, der mit vielen Tabus belegt war – so viel Geld zur Verfügung hatte, dass sie als „großzügige Spenderin“ bezeichnet in den Kirchenbüchern Erwähnung findet. Die geschäftstüchtige Frau forderte dafür allerdings auch im Gegenzug ein Grab in der Kirche. Es ist nicht überliefert, ob ihr dieser Wunsch erfüllt wurde. Die Taufschale ist aus Messing gefertigt und stammt wohl ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert. In der leicht gewölbten Mitte ist der heilige Georg zu sehen. Sie gehört zu den wertvollsten Schätzen von St. Nikolai. Das heute benutzte hölzerne Taufbecken wurde 1912 von Architekt Jürgen Kröger entworfen.

Kanzel und Opferstock gehören zu den ältesten Stücken in St. Nikolai. Vermutlich gab es sie schon, als sich 1657 finstere Kriegswolken über Elmshorn zusammenbrauten. Dänenkönig Friedrich III. erklärte Carl X. Gustav von Schweden den Krieg. In Eilmärschen zog letzterer mit einem Heer von 9000 Reitern und 4000 Mann schwer bewaffneter Fußtruppen („schwarzen, schmutzigem Volk“) Richtung Holstein und erreichte im August 1657 Elmshorn, wo man gerade mit der Ernte beginnen wollte. Weil „bei den Schanzen“ tüchtig Widerstand geleistet wurde, ließ der Schwedenkönig den ganzen nördlich der Au gelegenen Ortsteil abbrennen. Auch die Kirche samt Kirchturm, Orgel und Von-Aspern-Altar „musste ganz jämmerlich dem feuerspeienden Vulcano geopfert werden“, berichtete Chronist Hieronymus Saucke (gest. 1739). Dennoch: Der mit Eisen beschlagene Opferstock aus Holz trotzte mit seinen dicken Schlössern der Feuersbrunst und steht noch heute in der Kirche.

Text: Uta Robbe; Fotos: Lisa Scheide