Eine Gruppe Menschen steht im Altarraum der Itzehoer St. Laurentii-Kirche. Gleich werden Dankesblumensträuße verteilt.
Auf dem Foto von links: Dörte Raßmus, Propst Steffen Paar, Julia Näder, Martina Groß, Annkathrin Jürs, Kristin Eskildsen, Dana Reuter.

Zehn Jahre Kita-Werk: Eine starke Gemeinschaft feiert Geburtstag

Alessa Pieroth

Mit einem bewegenden Gottesdienst und einem fröhlichen Fest haben rund 350 Mitarbeitende das zehnjährige Bestehen des Kita-Werks Rantzau-Münsterdorf gefeiert. Im Mittelpunkt standen Dankbarkeit, Gemeinschaft und der Blick nach vorn.

Plötzlich hallten viele unterschiedliche Stimmen durch die Kirche und es entstand ein Moment, der das Wesen des Ev.-Luth. Kita-Werks Rantzau-Münsterdorf vielleicht besser beschrieb als jede Festrede. Propst Steffen Paar hatte die rund 350 Mitarbeitende eingeladen, einander ihre Wünsche für die Zukunft des Kita-Werks zu sagen. Zu hören war ein lautes Murmeln, hier und da wurde gelacht, Gespräche entstanden. Minutenlang hallte dieses lebendige Stimmengewirr durch den Raum. Es wirkte so als ob all die guten Wünsche durch die Kirche schwebten.

Rund 350 Mitarbeitende waren am 5. Juni 2026 zusammengekommen, um das zehnjährige Bestehen ihres Kita-Trägers zu feiern. Der Festtag begann mit einem Gottesdienst in der Kirche, der viele Sinne ansprach und von Pastor Steffen Paar gestaltet wurde. Gleich zu Beginn entzündete er eine Wunderkerze – ein kleines Licht für einen besonderen Anlass.

„Wir feiern Menschen, wir feiern euch, wir feiern Beziehungen“, sagte Paar und setzte damit den Ton für einen Gottesdienst, der immer wieder die Bedeutung von Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellte. Ausgehend von der biblischen Geschichte von Ruth sprach er über Vertrauen, Liebe und die Kraft kleiner Gesten. Manchmal brauche es nur „einen Tropfen Zutrauen, einen Tropfen Glauben, einen Tropfen Liebe“, um Großes entstehen zu lassen.

Dankbarkeit für Menschen und Verantwortung

In den Fürbitten wurde an die Kinder und Familien gedacht, an die Mitarbeitenden, an Geschäftsführung und Aufsichtsrat sowie an die Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger in den Kommunen und im Kirchenkreis. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Dörthe Landmesser, die mit schwungvollem Orgelspiel für festliche Stimmung sorgte.

Ein Grußwort sprach Glückstadts Bürgermeister Rolf Apfeld. In seiner Stadt betreibt das Kita-Werk mehrere Einrichtungen. Er dankte für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Kita-Werk und lobte die Arbeit, die die evangelischen Kitas täglich für Kinder und Familien leisten.

Von den Anfängen bis heute

Thorsten Sielk, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes und im Aufsichtsrat des Kita-Werkes, blickte auf die Anfangsjahre zurück. Die Gründung des Kita-Werks sei eine „echte schwere Geburt“ gewesen, sagte er. Viele Menschen hätten damals mitgedacht und mitgearbeitet, um die neue Struktur aufzubauen. Nach dem Tod von Sven Vierenklee, dem Geschäftsführer der ersten Stunde, übernahmen Sielk und der damalige Propst Thomas Bergemann zeitweise die kommissarische Leitung. Heute sei aus den Anfängen eine stabile und starke Gemeinschaft geworden. Kinder stark zu machen, ihnen Orientierung und Resilienz mitzugeben, sei ein Auftrag, den das Kita-Werk erfolgreich erfülle. „Ich bin glücklich und auch ein bisschen stolz, heute vor so einer starken Gemeinschaft von Mitarbeitenden zu stehen.“

Beständigkeit wächst in kleinen Schritten

Geschäftsführerin Dörte Raßmus, die das Kita-Werk seit sechs Jahren leitet, stellte ihre Ansprache unter das Thema „Beständigkeit“. Was mache eine Organisation eigentlich beständig, fragte sie. Die Antwort liege in vielen kleinen Schritten.

Sie erinnerte daran, dass das Kita-Werk 2016 mit 16 Kitas gestartet war. Damals gehörten 223 Mitarbeitende dazu, viele von ihnen sind bis heute geblieben. Auch mehrere Kita-Leitungen aus der Anfangszeit sind noch dabei. Eine eigene Verwaltung gab es damals noch nicht.

Beständigkeit, so Raßmus, zeige sich vor allem in den Menschen, die bleiben, Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas aufbauen. Daraus sei im Laufe der Jahre eine starke Gemeinschaft entstanden. „Vielen Dank, dass Sie da sind – und dass Sie da bleiben.“

Heute sind 26 Kitas in Trägerschaft des Kita-Werkes. Es ist Arbeitgeber von rund 460 Mitarbeitenden.

Bevor die Feierlichkeiten in der Kita Mose fortgesetzt wurden, bedankte sich Raßmus ausdrücklich bei dem Organisationsteam des Jubiläums. Julia Näder, Martina Groß, Annkathrin Jürs, Kirstin Eskildsen und Dana Reuter hatten den Festtag vorbereitet und ermöglicht (Foto).

Musik und Begegnungen

Nach dem Gottesdienst wurde noch bis in den Abend in der Bewegungshalle und dem Außenbereich der Kita Mose weitergefeiert. Die Anwesenden sangen dem Kita-Werk ein Ständchen und stießen mit O-Saft und Sekt auf das Werk an. Die Kita-Leitungen bedankten sich bei ihrer Chefin für die gute Führung mit einem Blumenstrauß. Bei Pommes, (veganer) Wurst und einer großen Auswahl an frischen Salaten kamen Mitarbeitende aus allen Einrichtungen miteinander ins Gespräch. Bei einem Quiz konnten die Mitarbeitenden mit ihrem Wissen über ihren Arbeitgeber glänzen. Eine Fotobox sorgte für gute Stimmung und viele gemeinsame Erinnerungsfotos.

So wurde das zehnjährige Bestehen des Kita-Werks nicht nur zu einem Blick zurück auf eine erfolgreiche Entwicklung. Es wurde vor allem ein Fest der Menschen, die diese Geschichte Tag für Tag weiterschreiben – mit Engagement, Herz und der Überzeugung, dass Gemeinschaft wächst, wenn viele ihren eigenen kleinen Tropfen dazugeben.

Weitere Eindrücke finden Sie auf dem Instagram-Kanal des Ev.-Luth. Kita-Werkes Rantzau-Münsterdorf.

Veröffentlicht am Mi. 10.06.2026