Der Friedhof in Spiekerhörn ist klein. 20 mal 20 Meter, ein paar Grabstellen, eine Bank unter einem kleinen Kirschbaum. Viel mehr gibt es nicht. Seit einiger Zeit gehört auch diese Fläche zum Friedhofswerk im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf. Elf Friedhöfe sind es derzeit. Vier davon sind in den vergangenen Jahren dazugekommen: Kollmar, Neuendorf, Spiekerhörn und zuletzt Borsfleth zum 1. Januar 2026. Die nächsten stehen bereits im Raum. Zum Jahresbeginn 2027 folgen Brokdorf, Horst, Hohenlockstedt und möglicherweise noch ein vierter Friedhof.
Flächen klären, messen und teilen
Mit jeder neuen Fläche stellt sich dieselbe Frage: Wie lässt sich das in die bestehenden Abläufe einbauen? Das beginnt bei den Grenzen der Fläche an sich. In Horst wird aktuell vermessen, welcher Grundstücksteil ins Friedhofswerk wandert. Teile des Geländes gehören formal zum Friedhof, werden aber anders genutzt – etwa von den Pfadfindern und Jugendgruppen, die dort eine Hütte haben. Diese Flächen sollen bei der Kirchengemeinde bleiben. In Hohenlockstedt geht es um Eigentum: Rund die Hälfte der Fläche gehört dem Land Schleswig-Holstein. Bevor der Friedhof übernommen wird, müssen die Konditionen geklärt werden.
Strukturen zusammenführen
Parallel dazu läuft die Organisation im Hintergrund. Das Friedhofswerk ist ein unselbstständiges Werk des Kirchenkreises und übernimmt die Trägerschaft für die angeschlossenen Friedhöfe. Verwaltung, Personal, Pflege – vieles wird gebündelt, aber nicht zentralisiert im Sinne eines einzigen Standorts. „Wir übernehmen das Personal“, sagt Geschäftsführer Thomas Roßmann. In der Praxis bedeutet das: Viele kleine Stellenanteile, oft nur wenige Stunden pro Woche, verteilt auf verschiedene Orte. Gleichzeitig entstehen Verbindungen zwischen den Standorten. Daraus entsteht ein Gesamtplan, der sorgfältig abgestimmt werden muss. Die Strukturen, die das Friedhofswerk bei Aufnahme vorfindet, sind unterschiedlich. Einige Friedhöfe haben eine eigene Verwaltung und funktionieren wie kleine Bauhöfe mit festen Teams und Maschinen vor Ort. Andere werden stärker von außen betreut, mit mobilen Kräften und weniger eigener Infrastruktur. Ein Teil dieser mobilen Arbeit sind die Grabpflegeteams. Saisonkräfte, die mit Lieferwagen von Friedhof zu Friedhof fahren und Pflegearbeiten übernehmen. Auch hier wird geplant, wer wann wo eingesetzt wird. Vieles entsteht dabei im laufenden Betrieb: Einsatzpläne werden angepasst, Aufgaben neu zugeschnitten, Abläufe aufeinander abgestimmt. Für Thomas Roßmann und seine Leitenden Gärtner ist das eine Aufgabe, die sie mit viel Freude erledigen - auch wenn sie herausfordernd ist.
Personal finden
Die größte Anstrengung erfordert es, Personal zu finden. Fachkräfte für die Friedhofsgärtnerei sind rar, ebenso Ungelernte, die bereit und in der Lage sind, bei Wind und Wetter draußen zu arbeiten. Dazu stehen einige Mitarbeiter kurz vor dem Ruhestand. Es muss fortwährend nachbesetzt werden. Ausbildung wäre eine zusätzliche Möglichkeit, mehr Nachwuchs zu gewinnen. Der Ausbilderschein ist vorhanden – allerdings bislang nur bei Geschäftsführer Roßmann selbst. Ein Plan ist es daher, weitere Fachkräfte zu Ausbildern zu machen.
Auf dem Weg zu 15 Mitgliedern
Aktuell arbeitet das Team an den Neuaufnahmen. Kein Friedhof gleicht dem anderen und jeder Standort bringt seine eigene Logik mit – und macht die Arbeit damit abwechslungsreicher.

