In den kommenden vier Wochen wird es rund um Elmshorns Wahrzeichen St. Nikolai noch einmal spannend: Die Sanierung des Kirchturms biegt auf die Zielgerade ein. Viel Zeit bleibt nicht. Wenn der Lichtermarkt auf dem Alten Markt beginnt und die Buden aufgebaut werden, ist rund um die Kirche kein Platz mehr für Lastwagen und Baufahrzeuge. Auch Mörtel- und andere Arbeiten müssen abgeschlossen sein, bevor der erste Frost kommt.
Doch Pastorin Antje Eddelbüttel ist zuversichtlich: „Wir sind zu mehr als 80 Prozent fertig“, sagt sie. Das Herzstück der Sanierung, die Instandsetzung des Mauerwerks, ist so gut wie abgeschlossen. Auch die Bleiverglasung der 54 maroden Fenster wurde bereits erneuert. Und selbst am Gerüst ist der Fortschritt sichtbar: Die erste Etage ist schon verschwunden, der Rest soll zügig folgen. „Es dauert zwei Wochen, ein Gerüst abzubauen“, erläutert Rosmarie Lehmann, Vorsitzende des Kirchengemeinderats (KGR).
Ursprünglich sollte der marode neugotische Turm bereits bis Ende September saniert sein. Im Zuge der Arbeiten nahm sich die Gemeinde auch gleich die beschädigten Fensterverglasungen vor. Eine sinnvolle Ergänzung, die sich langfristig auszahlen dürfte: So muss in einigen Jahren nicht erneut ein Gerüst aufgestellt werden. „Das ist nämlich das Teuerste an der Maßnahme“, sagt Eddelbüttel.
40.000 Euro für die Fenster
Unterstützung für die Sanierung kommt auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Dr. Stephan Ittner, Ortskurator der Stiftung mit Sitz in Glückstadt, stattete St. Nikolai einen Besuch ab und brachte einen Scheck über 40.000 Euro mit – die bewilligte Fördersumme für die Erneuerung der Bleiverglasung. „Die Kirche zu sanieren ist eine wirklich gut angelegte Investition für die Gesellschaft“, sagt Ittner.
Pastorin Eddelbüttel konnte ihm bei seinem Besuch sogar noch ein Stück Geschichte zeigen: Ein Teil der alten, ausgetauschten Verglasung war in der Kirche aufbewahrt worden. So wurde beim Blick auf den Scheck auch sichtbar, was sich an den Fenstern bereits verändert hat.
Erst einmal Ruhe am Bau
Für den Kirchengemeinderat zeichnet sich nach Abschluss der Arbeiten eine längere Ruhephase ab. In den kommenden Jahren, möglicherweise sogar Jahrzehnten, rechnet er nicht mit größeren Sanierungsmaßnahmen. Das Mauerwerk ist wieder in einem guten Zustand. Auch das Dach wurde im Zuge der Bauarbeiten überprüft und für solide befunden.
Eine wichtige Grundlage dafür wurde bereits 2016 geschaffen: Bei der umfassenden Hausschwammsanierung wurde das Gebäude denkmalgerecht instand gesetzt und unter anderem eine Bitumenschicht entfernt. Weitere Feuchtigkeitsprobleme sollen dadurch vermieden werden.
Jetzt richtet sich der Blick nach vorn – auf den Abschluss der Arbeiten, den Abbau des Gerüsts und auf die Adventszeit. Wenn der Lichtermarkt den Alten Markt wieder in festliches Licht taucht, soll auch St. Nikolai seinen frisch sanierten Turm präsentieren. „Wir freuen uns jetzt auf Weihnachten und den Lichtermarkt vor dem schönen sanierten Turm“, sagt Eddelbüttel.

