Ann-Kathrin Schröter: "Meine zentrale Aufgabe ist der Theorie-Praxis-Transfer." Foto: Alessa Pieroth

Kita-Fachberatung im Kita-Werk: „Wertschätzung und Fachkompetenz sind mir wichtig“

Alessa Pieroth

Ann-Kathrin Schröter (32) ist Fachberaterin im Ev.-Luth. Kita-Werk Rantzau-Münsterdorf und berät 27 Kitas in den Kreisen Pinneberg und Steinburg. Im Interview erzählt sie, was ihre wichtigsten Aufgaben sind, was die Kitas in der Region gerade bewegt und wie sich die Eingewöhnung in den Kitas verändert.

Kirchenkreis: Seit wann arbeiten Sie als Kita-Fachberaterin und wie sind Sie dazu gekommen?

Ann-Kathrin Schröter: Ich arbeite seit acht Jahren als Kita-Fachberaterin für das Kita-Werk. Eigentlich wollte ich irgendwann eine Kita-Leitung übernehmen. Während meines Studiums der Kindheitspädagogik habe ich gemerkt, was ich wirklich machen möchte: Prozesse begleiten und pädagogische Themen in die Praxis bringen. Das gehört weniger zur klassischen Aufgabe einer Kita-Leitung als zur Fachberatung. Dann habe ich gezielt nach einer Stelle in diesem Bereich gesucht.

Was sind jetzt Ihre wichtigsten Aufgaben? 

Meine zentrale Aufgabe ist der Theorie-Praxis-Transfer. Ich informiere mich über aktuelle fachliche Entwicklungen und prüfe, was davon für unsere Einrichtungen wichtig ist. Anschließend bereite ich die Themen so auf, dass sie verständlich und im Kita-Alltag umsetzbar sind. In diesem Sinne bin ich eine Art Filter.

Mit welchen Anliegen wenden sich die Kitas an Sie? 

Die Themen reichen von Fragen zum Kita-Gesetz und Datenschutz über Teamfortbildungen bis zur Moderation von Austauschforen. Auch Hospitationen gehören dazu.

Was für eine Art von Hospitation ist gemeint? 

Auf Anfrage besuche ich eine Einrichtung und schaue mir den Alltag in einer Gruppe an. Das ist hilfreich, wenn ein Team vor pädagogischen Herausforderungen steht oder sich in einem Veränderungsprozess befindet. Anschließend gebe ich Rückmeldungen und entwickle gemeinsam mit dem Team pädagogische Anregungen. Es ist ein Blick von außen.

Welche Themen beschäftigen die Kitas derzeit besonders? 

Ein aktuelles Thema sind die neuen Bildungsleitlinien des Landes Schleswig-Holstein. Die Einrichtungen überprüfen und überarbeiten deshalb ihre pädagogischen Konzeptionen. Dabei geht es unter anderem um Partizipation, Kinderschutz, Inklusion und Antidiskriminierung sowie Nachhaltigkeit. Die Bildungsleitlinien geben einen fachlichen Rahmen vor. Jede Kita entwickelt daraus ihr eigenes Konzept und berücksichtigt dabei ihr individuelles pädagogisches Profil.

Wie zeigt sich Qualitätsentwicklung konkret im Kita-Alltag? 

Ein gutes Beispiel ist die Eingewöhnung. Viele Einrichtungen lösen sich aktuell vom Berliner Modell. Es beinhaltet einen strikt festgelegten Ablauf, bei dem etwa der Zeitpunkt der ersten Trennung vorgegeben ist. Beim partizipatorischen Eingewöhnungsmodell werden die Bedürfnisse des Kindes und der Eltern stärker berücksichtigt. Auch die Situation in der Gruppe und die Möglichkeiten der pädagogischen Fachkräfte spielen eine Rolle. Alle Beteiligten bleiben im Austausch. So kann jede Eingewöhnung individuell gestaltet werden und sich am Tempo des Kindes orientieren. 

Gemeinsam mit den Teams erarbeite ich die fachlichen Grundlagen und kläre, wie das Modell in der jeweiligen Einrichtung umgesetzt wird. Die Ergebnisse werden in einem Qualitätsstandard festgehalten und im Rahmen des Qualitätsmanagements überprüft.

Was macht für Sie eine gute Kita aus? 

Das lässt sich schwer pauschal beantworten. Für manche sind die Räume besonders wichtig, für andere das Zwischenmenschliche oder die pädagogische Ausrichtung. Genau diese Unterschiedlichkeit zeichnet unsere Einrichtungen aus. Sie sind vielfältig gestaltet, sodass hoffentlich jeder Mensch einen Ort findet, an dem er oder sie sich wohl- und angenommen fühlt. 

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit besonders viel Spaß? 

Ich schätze die Abwechslung und den Kontakt zu den Einrichtungen. Besonders schön ist es, zu sehen, wie Entwicklungsprozesse voranschreiten. Auch wenn ein Ansatz einmal nicht funktioniert, ist das kein endgültiges Scheitern. Entscheidend ist, offen für Neues zu bleiben und gemeinsam weiterzuarbeiten. 

Ann-Kathrin Schröter kurz vorgestellt: 

Kaffee oder Tee? Kaffee. 

Frühaufsteherin oder Nachteule? Frühaufsteherin. 

Ein Wort, das in jeder Kita vorkommt? Kinder. 

Was überrascht Menschen an Ihrem Beruf? Wie breit und vielfältig mein Aufgabenfeld ist. 

Welche Eigenschaft hilft Ihnen im Beruf besonders? Wertschätzung und Fachkompetenz. Es ist wichtig, auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten und voneinander zu lernen.

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Veröffentlicht am Mo. 14.09.2026