Zwei Frauen stehen vor dem Eingang der Evangelischen Kita Unter den Linden in Oelixdorf. Im Hintergrund ist eine Tür und eine Backsteinwand zu sehen. Auf der Wand hängen Siegel, die das evangelische Profil und einen Schwerpunkt auf Gesang bescheinigen.
Jasmin Holm und Karen Möller am Eingang zur evangelischen Kita "Unter den Linden" in Oelixdorf.

Oelixdorf: Wie eine evangelische Kita das Dorf verbindet

Alessa Pieroth

Die evangelische Kita „Unter den Linden“ liegt mitten in Oelixdorf – und genauso versteht sie sich auch: als Teil des Dorflebens. Zum Tag der offenen Tür sind deshalb alle Menschen im Ort eingeladen. Warum Gemeinschaft, kurze Wege und das evangelische Profil die Kita seit Jahrzehnten prägen.

Zwischen Landgasthof und Pferdekoppel liegt die evangelische Kita „Unter den Linden“ mitten im Herzen von Oelixdorf. Im Mai blüht der Löwenzahn auf den Wiesen rund um das Gebäude, hinter dem Zaun grasen Pferde und auf den Wegen durchs Dorf begegnen sich die Bewohner. Vieles ist hier nah beieinander. Und genau das prägt auch die Kita.

Zum Tag der offenen Tür hat die Einrichtung deshalb nicht nur Familien eingeladen, sondern alle Haushalte im Dorf. Die Einladung wurde in ganz Oelixdorf verteilt. Denn die Kita versteht sich nicht als geschlossener Ort nur für Eltern mit kleinen Kindern, sondern als Teil der Dorfgemeinschaft.

Eine evangelische Kita als Mittelpunkt im Dorf

„Die kurzen Wege und dass die Menschen miteinander im Gespräch sind – das ist ein großer Wert für so ein Dorf“, sagt Karen Möller. Seit acht Jahren leitet sie die evangelische Dorfkita. Vieles funktioniere in Oelixdorf noch persönlich. Kommune, Schule, Feuerwehr, Vereine, Kirchengemeinde und Kita seien eng miteinander verbunden.

Gerade diese Nähe mache eine evangelische Kita im Dorf besonders wertvoll. Familien begegnen sich nicht nur morgens beim Bringen der Kinder, sondern später auch beim Gemeindefest, bei Veranstaltungen der Schule oder im Alltag des Ortes.

Die Kita beteiligt sich regelmäßig am Dorfleben, etwa bei Weihnachtsfeiern für Seniorinnen und Senioren oder beim Dorffest, das gemeinsam mit Vereinen, Feuerwehr, Schule von Ehrenamtlichen organisiert wird. Viele Kinder wachsen dadurch mit einem starken Gemeinschaftsgefühl auf.

Von der Kita ins Ehrenamt der Kirchengemeinde

Wie eng die Verbindung zwischen Dorf, Kirchengemeinde und Kita ist, zeigt auch Jasmin Holm. Sie ist heute im Kirchengemeinderat für die Kita zuständig und war selbst eines der ersten Kita-Kinder der Einrichtung.

Für sie schließt sich damit ein Kreis. Die evangelische Kita sei für viele Familien weit mehr als ein Betreuungsort. Sie schaffe Beziehungen, die oft über viele Jahre bestehen bleiben.

Im Kirchengemeinderat begleitet Holm heute die Arbeit der Kita mit. Die Verbindung zwischen Kirchengemeinde und Einrichtung sei wichtig, sagt sie, gerade weil man sich kenne und gemeinsam Verantwortung trage.

Zusammenarbeit mit Schule und Dorfleben

Auch die Kooperation mit der Grundschule ist in Oelixdorf eng. Vorschulkinder besuchen schon vor der Einschulung regelmäßig die Schule, lernen Lehrkräfte und Räume kennen und gewinnen Sicherheit für den Übergang.

Ziel sei es, Kindern einen guten Start zu ermöglichen und früh Vertrauen aufzubauen. Lehrkräfte und Kita tauschen sich dabei intensiv aus, um Kinder bestmöglich zu begleiten.

Gleichzeitig beobachtet das Team, wie sich Kindheit verändert hat. Viele Kinder bräuchten heute stärker Unterstützung im sozialen Miteinander, berichtet die Kitaleitung. Bewegung, Naturerfahrungen und freies Spiel hätten deshalb einen hohen Stellenwert.

Die Kita habe Gruppenräume bewusst entschlackt und Spielmaterial reduziert, um Kindern mehr Orientierung und Ruhe zu geben, so Möller. Statt Reizüberflutung gehe es darum, Räume zu schaffen, in denen Kinder gut ankommen können.

Religionspädagogik als Haltung im Alltag

Das evangelische Profil der Kita zeigt sich nicht nur in Andachten oder biblischen Geschichten. Religionspädagogik bedeute vor allem eine Haltung gegenüber Kindern und Familien, sagt die Kitaleitung.

„Jeder Mensch ist Gottes Kind und so gewollt, wie er ist“ – dieser Gedanke begleite die Arbeit im Alltag, sagt Möller. Er prägt den Umgang mit Kindern ebenso wie Gespräche mit Eltern oder den Blick auf Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Veröffentlicht am Di. 12.05.2026