Auf dem Weg zur neuen Kreuz-Kirchengemeinde fehlt nur noch ein letzter Beschluss: die Regelungen der pastoralen Versorgung und die Anpassung des schon bestehenden Sprengels mit Hohenlockstedt. Alles andere ist geklärt. „Insgesamt waren es 16 zu beschließende Punkte nur für die Neugründung der Gemeinde“, sagt Markus Koch. Auch der Name steht fest: Die Evangelisch-Lutherische Kreuz-Kirchengemeinde Itzehoe soll zum 1. Januar 2027 als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet werden – die übliche Rechtsform für Kirchengemeinden.
„Vertrauen und ein Umgang auf Augenhöhe haben uns auf diesem Weg getragen“, sagt Markus Koch. Er ist Kirchengemeinderat und Prädikant in St. Jakobi-Tegelhörn. Sein Kontakt in die Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde im Itzehoer Stadtteil Sude-West, entstand im Rahmen einer gottesdienstlichen Kooperation. Diese beiden Gemeinden wollen nun künftig gemeinsam ihren Weg gehen. „Türen haben sich geöffnet. Was anfangs schwierig wirkte, hat sich am Ende gut gefügt“, beschreibt Koch den Prozess.
Gemeinsam Kirche gestalten
Aktuell leitet er zusammen mit Stefan Gladow aus der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde die Steuerungsgruppe, die den Prozess des Zusammenwachsens begleitet. Die Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde hatte in den vergangenen Jahren zunächst in verschiedene Richtungen Gespräche geführt. Am Ende hat sich der Kirchengemeinderat für eine Zusammenarbeit mit St. Jakobi-Tegelhörn entschieden. „Von außen betrachtet sah es für manche so aus, als ob es nicht passen würde. Beim genaueren Hinsehen haben wir gemerkt, dass es doch passt“, erzählt Koch. Was die Gemeinden verbinde, sei vor allem der klare Wille, auch in herausfordernden Zeiten Kirche zu sein. Dazu kommen, laut Koch, engagierte Ehrenamtliche, die das Gemeindeleben tragen und gestalten.
Auch Gemeinsamkeiten in den Kirchenräumen wurden entdeckt: die Darstellung von Jesus als das auferstandene Lamm, ein Kreuzbanner haltend (siehe Foto). Dieses sichtbare Zeichen wurde schließlich auch zum Namensgeber der neuen Gemeinde: Kreuz-Kirchengemeinde.
Keine Veränderungen im Alltag
Eine kleine bürokratische Hürde ergab sich daraus, dass die Kirchengemeinde in Tegelhörn einen Pfarrsprengel mit Hohenlockstedt bildet. Formal wird dieser zunächst zum 31. Dezember 2026 aufgelöst. Sobald die neue Kreuz-Kirchengemeinde gegründet ist, wird das Bündnis wieder aufgenommen. Geplant ist das direkt am 1. Januar 2027. Für die Gemeindeglieder in Tegelhörn und Hohenlockstedt ändert sich im Alltag nichts.
Neue Ideen für neue Zielgruppen
Einsparungen bei Pfarrstellen, Personal oder Finanzen spielen für den Zusammenschluss laut Koch keine Rolle. Im Gegenteil: Die neue Kreuz-Kirchengemeinde will wachsen, neue Menschen erreichen und ihr Angebot erweitern. Wie das konkret aussehen wird, soll im kommenden Jahr weiterentwickelt werden. Ideen gibt es schon: Die Gemeinde möchte sich stärker öffnen und gezielt Angebote für Menschen zwischen 25 und 45 Jahren schaffen. Im Gespräch sind zum Beispiel Kochabende oder Formate, die alltagspraktische Fähigkeiten vermitteln – ganz bewusst ohne digitale Hilfsmittel. In der Seniorenarbeit arbeiten beide Gemeinden schon länger zusammen. Auch in der Kinder- und Jugendarbeit kooperieren die Gemeinden jetzt schon.
Charismatisch geprägt und regional vernetzt
Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Jakobi-Tegelhörn ist in der Region als charismatisch geprägte Gemeinde bekannt. Gottesdienste mit Worship und Lobpreis gehören dort selbstverständlich dazu. Diese Prägung soll auch in der neuen Kreuz-Kirchengemeinde spürbar bleiben. Gleichzeitig bleibt auch die Zusammenarbeit in der Region wichtig. Die Kirchengemeinden in Itzehoe treffen sich regelmäßig zu Regionalkonferenzen und unterstützen sich gegenseitig. Auch hier wird die neue Kreuz-Kirchengemeinde ihre Aufgaben beispielsweise bei pastoralen Vertretungen weiter verlässlich wahrnehmen.
Mobilität als Zukunftsprojekt
Und noch ein weiteres Projekt ist derzeit in Planung: die Anschaffung eines E-Mini-Vans. Er soll die Standorte miteinander verbinden und die Mobilität innerhalb der Gemeinde verbessern. Die Finanzierung wird noch geklärt. Ziel dabei ist es, auch Menschen, die nicht so mobil sind, die Teilnahme an Gottesdiensten und Veranstaltungen zu erleichtern. Denkbar ist etwa ein Fahrdienst zwischen Sude-West, Itzehoe und vielleicht auch Hohenlockstedt.

