Ein Licht für andere: Was Laternenfeste in unseren Kitas verbindet

Ob mit Martinsspiel, Familiengottesdienst oder Lichterumzug: In den evangelischen Kitas der Region wird der Dunkelheit auf unterschiedliche Weise begegnet. Was die Feste verbindet, ist mehr als das Leuchten bunter Laternen. Es geht um Gemeinschaft, Mitgefühl und darum, füreinander da zu sein.

Wenn Kinder mit selbst gebastelten Laternen durch die Dunkelheit ziehen, hat das eine lange Tradition. Das Martinsfest geht auf die Verehrung des heiligen Martin von Tours zurück, der am 11. November im Jahr 397 beigesetzt wurde. Heute wird das Laternelaufen weit über Konfessionsgrenzen hinaus gefeiert – auch in vielen nicht kirchlichen Kitas. Denn die Geschichte von Sankt Martin erzählt von Werten, die bis heute verbinden.

„Die Geschichte von Sankt Martin erzählt davon, Verantwortung zu übernehmen und anderen Menschen zu helfen. Auch wenn das Martinsfest ursprünglich in der katholischen Tradition verwurzelt ist, sprechen seine Werte Menschen bis heute über Konfessionsgrenzen hinweg an“, erklärt Religionspädagogin Madita Hansen. Martin habe sich nicht selbst in den Vordergrund gestellt, sondern die Not eines anderen Menschen gesehen und gehandelt. Eine Botschaft, die bis heute aktuell ist: anderen freundlich begegnen, Einsamkeit wahrnehmen und füreinander da sein. 

Sankt Martin wird lebendig 

In der Ev.-Luth. Kita Schulberg in Kellinghusen steht die Martinsgeschichte im Mittelpunkt. Gemeinsam mit einer Diakonin gestalten die Kinder am 11. November einen Familiengottesdienst. Die künftigen Schulkinder führen die Geschichte auf. „Wir holen die Geschichte in die Gegenwart, in die Lebenswelt der Kinder“, sagt Kita-Leiterin Silke Zagler. Anschließend führt ein Laternenumzug durch Kellinghusen bis zur Feuerwehr, wo Würstchen und Kinderpunsch warten. Schon vorher basteln Eltern und Kinder gemeinsam ihre Laternen. 

Licht und Gemeinschaft für die Kleinsten

In der Krippe Kleine Arche  wird am 4. November ein Lichterfest gefeiert. Statt eines Umzugs durch den Ort treffen sich Kinder und Eltern auf dem Kita-Gelände. Es wird gesungen, die selbst gebastelten Laternen leuchten, dazu gibt es Würstchen und Kinderpunsch. „Uns ist wichtig, dass die Kinder durch das Leuchten ihrer Laternen die Symbolik des Lichts in der Dunkelheit als Wärme und Hoffnung aufnehmen“, erklärt Leiterin Petra Kayser. Die Martinsgeschichte lernen sie später im Kindergartenalter kennen. 

Die Kitas Fritz-Reuter-Straße und des Kirchengemeindeverbands Fritz-Reuter-Straße Lichterfeste. In Krempe ziehen die Kitas Birkennest und Farbenfroh erstmals gemeinsam durch die Stadt. 

Ob mit Gottesdienst, Martinsspiel oder Lichterfest: Überall kommen Kinder, Familien und Mitarbeitende zusammen. Und aus vielen kleinen Lichtern wird ein großes hoffnungsvolles Leuchten.

Veröffentlicht am Do. 15.10.2026