Am 23. Dezember hat Propst Steffen Paar zum ersten Mal Gottesdienste in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Itzehoe gefeiert. „Ich war ganz aufgeregt“, sagt der erfahrene Pastor rückblickend. In der Männer-JVA nahmen vor allem jüngere Inhaftierte teil, viele von ihnen ohne religiösen Hintergrund.
Mit einer überraschenden Inbrunst sangen die Männer die bekannten Weihnachtslieder mit. „Stille Nacht“ und „O Tannenbaum“ wurden zu echten Rennern, und auf dem Weg zurück in die Zellen summten einige weiter – ein kleines Echo der gemeinsamen Stunde.
Nach dem Gottesdienst blieb Zeit für Kaffee, Kuchen und Gespräche. Es ging um Sehnsüchte, um Zukunftspläne und um das, was Weihnachten für jeden Einzelnen bedeuten kann. Am Ende sprach Propst Paar jedem persönlich den Segen zu. „Das war so ein ehrliches Weihnachten“, sagt er merkbar beeindruckt von der Offenheit, die ihm begegnete.
In der JVA Itzehoe gibt es keinen festen Seelsorger. Bis zu seinem Ruhestand hatte Pastor Helmut Willkomm die Inhaftierten begleitet und gelegentlich Gottesdienste gefeiert. Umso bedeutsamer war dieser Besuch kurz vor dem Fest.

