Friedhofsleiter Uwe Schinkel hat die bestehende Friedhofssoftware Hades gezielt erweitert und zusätzliche Module eingeführt. Ziel war es, die Verwaltung zu vereinfachen, Abläufe transparenter zu gestalten und langfristig besser planen zu können.
Der Weg dorthin war allerdings kein kurzer: Über ein halbes Jahr hinweg haben Schinkel und sein Team sämtliche Gräber digital erfasst. Die Grabstätten wurden dabei sogar mithilfe eines Drohnenüberflugs vermessen, anschließend eingepflegt und systematisch aufgebaut. Eine intensive Arbeit, die viel Sorgfalt und Ausdauer erforderte – und sich nun auszahlt.
Heute bietet das System einen umfassenden Überblick über den gesamten Friedhof: Auf einen Blick ist erkennbar, um welche Grabart es sich handelt – ob Rasengrab, Wahlgrab oder eine andere Form. Ebenso lässt sich sofort sehen, welche Grabstellen noch frei sind, wie lange bestehende Gräber noch belegt sind und wo bereits eine Pflege durch das Gärtnerteam gebucht wurde.
Ein weiterer Vorteil: Per Klick auf eine Grabstätte lassen sich alle relevanten Informationen direkt abrufen. Darüber hinaus sind auch Wege, Gebüsche oder Abfallbehälter im System erfasst. Karten können unkompliziert erstellt, auf Smartphones übertragen oder ausgedruckt und beispielsweise an Bestatter oder Steinmetze weitergegeben werden. Das spart Zeit, reduziert Rückfragen und schafft Klarheit für alle Beteiligten.
Für Uwe Schinkel selbst ist vieles davon eigentlich vertraut – schließlich kennt er den Friedhof nach über 35 Jahren Tätigkeit nahezu auswendig. Dennoch bedeutet die Digitalisierung eine enorme Erleichterung im Arbeitsalltag. „Das System lohnt sich vor allem für große Friedhöfe“, so seine Einschätzung.
Und die Entwicklung geht weiter: Künftig ist unter anderem eine Verknüpfung mit einem Baumkataster geplant, ebenso die Darstellung von Wasserleitungen. Damit würde der digitale Überblick noch einmal deutlich erweitert.
Die Digitalisierung ersetzt dabei nicht die persönliche Arbeit vor Ort – sie unterstützt sie. Gerade auf einem Friedhof, wo es um sensible Themen und individuelle Begleitung geht, schafft eine gute Organisation im Hintergrund Freiräume für das, was wirklich zählt: die Begegnung mit Menschen.

