Beschlossen: Stiftungen als Zukunftsmodell für unsere Kirchen

Ohne große Debatte, aber mit klarer Richtung: Die Synode hat einstimmig entschieden, ein gemeinsames Stiftungsmodell zu starten. Ein Schritt, der die finanzielle Zukunft unserer Kirchen hilft neu zu ordnen. Vom Kirchenkreis gibts dafür einen kräftigen finanziellen Anschub.

Es war keine laute Debatte, keine große Geste – und gerade deshalb ein bedeutsamer Moment: Die Synode hat beschlossen, ein gemeinsames Stiftungsmodell für alle Kirchen im Kirchenkreis auf den Weg zu bringen. Ein Schritt, der nicht auf schnelle Lösungen zielt, sondern dazu beitragen soll, die finanzielle Zukunft unserer Kirchen zu sichern. Einstimmig beschloss die Synode des Kirchenkreises am Sonnabend, 14. März, die Weichen für die Gründung von Stiftungen an allen kirchlichen Orten zu stellen - und finanziell anzuschieben. 

Im Kirchenkreis stehen viele historische Kirchen, gerade in kleinen Gemeinden. Über Jahrhunderte wurden sie von den Menschen vor Ort erhalten. Heute stellt sich die Frage, wie das in Zeiten knapper Mittel weitergehen kann. Der Kirchenkreisrat (KKR) mit Propst Thielko Stadtland setzt auf ein Stiftungsmodell, das an vielen Orten stärkt und Zukunft sichert. Der Kirchenkreis beteiligt sich dabei am Sockelbetrag jeder Stiftung – je nach Gebäudeart mit 20.000 bis 40.000 Euro.

Was ist eine Stiftung und wie funktioniert das Modell?

Eine Stiftung ist ein Vermögen, das bleibt. Ein Kapitalstock wird angelegt, die Erträge fließen in einen klar festgelegten Zweck. Zum Beispiel den Erhalt einer historischen Kirche. Im Kirchenkreis heißt das: Jede Gemeinde kann eine unselbständige Stiftung unter dem Dach einer gemeinsamen Kirchenkreisstiftung gründen. Das reduziert Aufwand vor Ort und sorgt für verlässliche Strukturen.

Der Kapitalstock bleibt unangetastet. Genutzt werden nur die Erträge oder zweckgebundene Spenden für einzelne Projekte. Möglich sind drei Formen:

  • Dauerhafter Kapitalstock: bleibt bestehen, Erträge fließen jährlich in den Zweck.
  • Projektbezogene Mittel: Spenden, die direkt für ein konkretes Vorhaben eingesetzt werden.
  • Verzehrstiftung: eine größere Summe, die über einen festgelegten Zeitraum verbraucht werden darf.

Warum ist Fundraising in dieser Form attraktiv? 

Weil Stiftungen Menschen ansprechen, die langfristig denken. Manche möchten eine größere Summe sicher anlegen. Andere wollen etwas vererben, das bleibt. Wieder andere suchen einen Ort, an dem ihr Engagement klar gebunden ist – an „ihre“ Kirche, an ein Gebäude, an einen Zweck, der ihnen wichtig ist.

Was die Synode bewegt hat

Die Diskussion war angesichts des weichenstellenden Themas recht kurz, weil die Synodalen sofort im Thema waren. Fragen wurden vor allem zu Details der Unterstützung durch den Kirchenkreis gestellt, zur möglichen konkreten Ausgestaltung vor Ort - und es gab viele zustimmende Gedanken. Die Fragen zielten auf die Details: Wie unterstützt der Kirchenkreis? Wie funktioniert das vor Ort? Was bedeutet das für kleine Gemeinden? Und es gab viele zustimmende Gedanken. Hier eine Übersicht der Statements von Propst Stadtland:

  • „Mit 50.000 Euro Kapitalstock und zwei Prozent Zinsen retten wir keine Kirche sofort – aber wir schaffen eine Grundlage.“
  • „Viele unserer Dorfkirchen brauchen gar nicht viel, solange Dach und Fenster dicht sind.“
  • „Wir verdoppeln bis zu 10.000 Euro – aber gesammelt werden muss vor Ort.“
  • „Es gibt Menschen, die spenden, obwohl sie nie im Gottesdienst sitzen. Die wollen, dass die Kirche im Dorf bleibt.“
  • „Ein Verein kann sich verselbstständigen. Eine Stiftung bleibt an den Kirchengemeinderat gebunden.“
  • „Das ist aus der Not geboren, aber es ist ein Weg, der uns handlungsfähig macht.“
  • „Fundraising ist Arbeit. Aber es bringt Menschen in Kontakt, die wir sonst nie erreichen würden.“

Was jetzt wichtig wird

Der Kirchenkreis schafft den Rahmen: Anschubmittel, Materialien, rechtliche Grundlagen. Die Verwaltung der Stiftungen soll nicht in den Gemeinden hängen bleiben. Dafür sucht der Kirchenkreis eine erfahrene Dachstiftung – etwa aus dem Umfeld der Nordkirche oder einen externen Stiftungsdienstleister, der Buchführung, Jahresabschlüsse und die rechtliche Betreuung übernimmt.

Vor Ort beginnt dann die eigentliche Arbeit. Menschen ansprechen. Erklären, warum eine Stiftung Sinn macht. Mut haben, über Geld zu reden. Dabei unterstützt Natalie Lux als Fundraiserin aus dem Kirchenkreis: mit Beratung, mit Ideen, mit der Erstellung von Flyern und Planung von Aktionen.

Der erste Schritt: Für Montag, 11. Mai, 18–22 Uhr, lädt der Kirchenkreis alle interessierten Kirchengemeinderäte zu einem KGR-Abend ins Kirchliche Zentrum Elmshorn, Kirchenstraße 1, ein. Dort werden das Modell vorgestellt, Fragen geklärt und erste Schritte für Gemeinden besprochen, die eine Stiftung auf den Weg bringen möchten.

Veröffentlicht am So. 15.03.2026