Frau Raßmus, wir leben in bewegten Zeiten. Warum ist die Lage im Kita-Werk noch einmal besonders dynamisch?
Dörte Raßmus: Wir haben 460 Mitarbeitende. In unseren Kitas ist unglaublich viel Dynamik – vor allem durch kurzfristige Ausfälle. Gründe dafür können Krankheiten, Schwangerschaften oder Kündigungen sein. Wir arbeiten mit Menschen, und das bedeutet: Kein Tag ist wie der andere. Das fordert uns, aber es zeigt auch, wie flexibel wir als Kita-Werk sind.
Was steht 2026 im Mittelpunkt?
Raßmus: Unser Fokus liegt ganz klar auf der Weiterentwicklung des evangelischen Profils und der Qualitätsentwicklung. In diesem Jahr werden wieder fünf Einrichtung in ihr erstes Audit für das evangelische Gütesiegel Beta gehen. Zwei weitere gehen in die Rezertifizierung. Unser Ziel ist es, das im Jahr 2027 alle 26 Kindertagesstätten im Kita-Werk die Erstzertifizierung erreicht haben. Dafür bieten wir Unterstützung durch interne Teamtage an und bauen ab Sommer eine Qualitätsmanagementstelle auf. Außerdem wollen wir eigene Auditoren ausbilden lassen. Der professionelle Blick von außen tut jedem Haus gut.
Was hat es mit diesen internen Audits auf sich?
Raßmus: Das ist eine Vorgabe des Verbandes evangelischer Kindertagesstätten (VEK). Bevor die Einrichtung im externen Audit geprüft wird, gibt es ein internes Audit, das von internen Auditoren des Kita-Werkes durchgeführt wird, die oder der aber nicht aus der Einrichtung kommt. Das hat auch einen Mehrwert: Der professionelle Austausch zwischen den Häusern wird gestärkt.
Frau Raßmus, Herr Laas, das Jahr 2026 ist auch ein Jubiläumsjahr. Das Kita-Werk wird 10. Wird das gefeiert?
Raßmus: Und wie! Wir freuen uns riesig darauf. Wir planen ein großes Mitarbeitendenfest im Juni.
Patrick Laas: An diesem Tag schließen wir alle Kitas. Alle Mitarbeitenden des Kita-Werks haben die Möglichkeit dabei zu sein und entspannt zu feiern. Das ist für uns auch ein Ausdruck unserer Wertschätzung für unsere Mitarbeitenden.
Und wie entwickelt sich die Ausbildungssituation?
Laas: Wir stehen im engen Kontakt mit dem Regionalen Berufsbildungszentrum Steinburg (RBZ). Im Sommer 2026 starten wieder 10 neue PiAs in die Ausbildung zur Erzieher:in. Aus dem aktuellen Jahrgang wollen wir möglichst vielen Auszubildenden eine feste Stelle als Erzieherin ermöglichen.
In manchen Regionen gibt es plötzlich zu viele Kitaplätze. Was steckt dahinter?
Raßmus: Das liegt in unserer Region oft nicht an der Demografie, sondern an politisch großzügig geplanten Neubaugebieten, die nicht umgesetzt wurden. Jetzt müssen wir flexibel bleiben, Gruppen anpassen und gut mit unseren Ressourcen haushalten.
Am 17. Februar veranstaltet das Kita-Werk im neuen Format eine Kennenlernmesse. Sie richtet sich nicht mehr nur an Jobsuchende, sondern auch an Eltern, Netzwerkpartner und Kommunen. Wie kam es zu dem neuen Konzept?
Laas: Wir arbeiten täglich mit Eltern, Kommunen und vielen Netzwerkpartnern zusammen. Alle diese Menschen interessieren sich für unsere Arbeit. Also wollten wir ein Format schaffen, das mehr verbindet: Ein Ort, an dem man uns kennenlernen, Fragen stellen und ins Gespräch kommen kann. Offener, nahbarer, vielfältiger. Die Kennenlernmesse bringt genau das zusammen: Jobsuchende, Familien und Partner. Und sie zeigt das Kita-Werk als starkes Netzwerk.
Was bringt der Blick in die Zukunft: 2035 und weiter?
Raßmus: Wir arbeiten gerne an Dingen, die heute Wirkung zeigen und morgen spürbar sind. Weit entfernte Szenarien sind oft schwer greifbar. Aber eines ist klar: Das Kita-Werk wird durch Professionalität, klare Strukturen und gemeinsames Handeln eine verlässliche Größe bleiben.
Mit welchem Gefühl sind Sie beide ins Jahr 2026 gestartet?
Raßmus: Ich mache meinen Job unsagbar gerne. Natürlich gibt es Herausforderungen und manches macht mir Bauchschmerzen. Aber wir gehen das konstruktiv und gemeinsam an.
Laas: Ich habe mein Motto, das schreibe ich auch oft den Leitungen: Gestalten statt verwalten. Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben und freuen auch über die Dinge, mit denen wir jetzt unterwegs sind. Wir sehen aber auch die Belastungen unserer Leitungen und Fachkräfte und bleiben an ihrer Seite.

