Wenn ich angerufen werde, soll ich nicht Erste Hilfe leisten, sondern zweite Hilfe. Notärztin oder Rettungsassistent übernehmen die Erstversorgung, Polizisten überbringen eine schlimme Nachricht, aber diese helfenden Profis müssen schnell weiter. Zurück bleiben Angehörige, für die auf einmal alles anders geworden ist. Dafür bin ich da – zusammen mit anderen Pastorinnen und Pastoren, damit diese Hilfe das ganze Jahr zur Verfügung steht.
Es geht tatsächlich darum, einfach da zu sein, Menschen in einer Krisensituation nicht alleine zu lassen. Wir sprechen von „Notfall-Seelsorge“. Im Kern ist das eine Hilfe, die es schon seit biblischen Zeiten gibt. Jesus selbst erzählt vom Opfer eines Raubüberfalls am Rand einer einsamen Straße. Er erzählt weiter, dass ein Samariter hilft. Dieser bringt ihn in Sicherheit und versorgt ihn solange, bis er wieder ganz auf dem Damm ist. Natürlich bin ich erleichtert, wenn das Handy nicht klingelt. Aber ich bin froh, dass ich auf diese Weise Samariter und Seelsorger sein kann.
Pastor Ralf Greßmann
Münsterdorf
Zweite Hilfe
Ralf Greßmann, Pastor in Münsterdorf
In dieser Woche habe ich das Handy für Notfälle. Ich trage es immer bei mir. Sieben Tage lang kann mich die Rettungsleitstelle Tag und Nacht erreichen.
Veröffentlicht am Mi. 06.02.2019

