Wort zum Sonntag: Warum?

Helmut Willkomm, Pastor in Oelixdorf

Warum tun Menschen sowas? Und warum tut Gott nichts? Warum überhaupt an Gott glauben, wenn der nichts tut, wenn wir sowas tun?

Warum ist die Welt so eingerichtet, dass wir selbst verantwortlich sind für unser Tun? Warum kann man sich nicht mal in der Kirche darauf verlassen, dass alles in Ordnung ist? Warum lässt uns Gott die Freiheit, Kriege zu beginnen? Warum überlässt er es uns, sie zu beenden? Warum überlässt er es uns, mit Naturkatastrophen, Seuchen, Unglück aller Art fertig zu werden? Und dazu mit Ungerechtigkeiten aller Art? Warum müssen wir selbst leben?

Warum hat Gott sogar seinen Sohn Jesus Christus am Kreuz sterben lassen, anstatt ihn da raus zu holen? Warum müssen wir anderen alle ebenso die Konsequenzen unseres Tuns selbst tragen? Und alle Mitgeschöpfe ebenso? Warum ist unser Leben endlich? Warum ist die Erde und warum sind die Ressourcen auf der Erde endlich?

Warum sollen wir beten, wenn Gott doch sowieso immer schon vorher weiß, was wir brauchen? Und wenn er mir dann sowieso nicht gibt, was er geben soll. Also was ich will, dass er geben soll. Warum soll ich überhaupt glauben und zur Kirche gehen, wenn doch die Politik ganz wo anders gemacht wird?

Warum sollen wir an einen gnädigen, barmherzigen, guten Gott glauben, wo doch die Welt dermaßen unbarmherzig, ungnädig und oft böse ist? Warum sollen wir auf den Frieden hoffen und uns für ihn einsetzen, wo uns doch die Geschichte immer wieder widerlegt? Warum sollen wir lieben, wenn doch die Welt so lieblos ist? Warum sollen wir überhaupt leben, wenn wir doch sterben müssen?

Ich habe keine Antworten auf diese Fragen. Ich tue es einfach: Ich bete. Ich glaube, ich hoffe und ich liebe. Meine Entscheidung. Ich fühle mich gut, und ich lebe gut damit. Kann ich nur empfehlen.

 

Ihr Pastor Helmut Willkomm aus Oelixdorf

Veröffentlicht am Fr. 11.03.2022