Manchmal fehlen mir die Worte, es macht mich sprachlos, wenn ich etwas erlebe, was für mich unvorstellbar, undenkbar ist und damit unsagbar. Wofür ich keine Worte habe, das kann ich auch nicht verstehen, verarbeiten, damit kann ich nicht umgehen. Das macht hilflos, ich bin überfordert und verwirrt. Keine Worte.
Und wenn dann auch noch niemand da ist, der mir Worte zusagt, wenn ich kein Buch habe, um Worte nachzulesen, dann hilft nur das, was meinen Eltern damals auf der Flucht im Krieg geholfen hat: Die Worte und Texte, die sie auswendig konnten, die sie im Kopf hatten. Wie gut, wer in solchen Situationen Gebete und Psalmen auswendig kennt. Denn so können das Unsagbare wieder gesagt werden, Klage und Leid ausgedrückt werden, Trost und Hoffnung wieder entstehen. Wohl dem, der dann die Worte des Vaterunser oder des 23. Psalms zur Verfügung hat. Solche Worte auswendig zu können ist ein großer Schatz, der auch dann bleibt, wenn sonst nichts mehr da ist. Bewahren sie sich solche Schätze.
Pastor Lothar Volkelt

