Die heile Welt ist dabei in Scherben zu zerspringen. Es sollte alles besser werden. Nun diese katastrophale Botschaft: Jesus ist tot! Dann aber am Ostersonntag die Gegenbotschaft: Er ist auferstanden, er lebt!
Das nächste große Ereignis geschieht dann zu Pfingsten. Und was geschieht in den Tagen bis Pfingsten? Schauen wir uns einmal einige Personen an, die Jesus erlebt haben:
Petrus, der emotionale und spontane Jünger. Die Abwesenheit Jesu und die gemeinsame Zeit mit Jesus spaltet er ab und geht wieder in seinen früheren Alltag als Fischer zurück. Die Frauen am Grab, die Jesus mit kostbaren Spezereien die letzte Ehre erweisen wollen. Die Emmaus-Jünger, die auf ihren Weg nach Hause sich gegenseitig ihre Trauer bekunden. Der Jünger Thomas, der nur noch glaubt, was es sieht und anfassen kann, da das Spirituelle ihn enttäuscht hat.
Alle vier Verhaltensweisen sind uns doch bekannt. In ihnen stecken Gefahren: Verdrängung, Glorifizierung, Melancholie oder Oberflächlichkeit. Aber alle erwähnten Personen können den Gefahren entgehen. In der Gemeinschaft entdecken sie die Früchte des Vergangenen. Die kostbaren Früchte, die Jesus sie gelehrt hatte. Und sie erkennen, dass sie zum Handeln aufgerufen sind. Nicht damit es so wieder wird, wie es einmal war, sondern neu und heilsam.
Die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten ist die Zeit, die uns deutlich macht, wie es in einer Krise weitergehen kann: Die Gemeinschaft mit anderen hilft die Angst zu ertragen und zu verarbeiten und dann zusammen mit den Weggefährten aufzubrechen zu einem neuen Weg, einem Weg, der auch die Mitgeschöpfe achtet und einbezieht in die neue Welt Jesu.
Pastor Frank Petrusch, Kollmar-Neuendorf

