Wirf mal einfach alle deine Sorgen weg. Wobei an manchen von ihnen hänge ich auch ein wenig. Sorgen sammeln sich ja an, so wie die Krimskrams Kisten im Keller oder auf dem Dachboden. Mit den Jahren werden es immer mehr. Und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man wählen muss. Untergehen zwischen den Kisten oder anfangen auszumisten.
Wirf doch einfach mal alle deine Sorgen weg. Wie schön, wenn das so leicht gelingen könnte. Wenn ich das, was mich beschwert, mir die Nächte raubt und Platz in meinem Kopf einnimmt, einfach wegwerfen könnte. Und wüsste, es ist woanders besser aufgehoben als bei mir.
In der Bibel heißt es: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1.Petrusbrief 5,7) Alle unsere Sorgen werfen wir auf Gott, mit Schwung, denn sie sorgt für uns. Manchmal klingt das ziemlich platt. Gib deine Sorgen an Gott und schwupps ist für alles gesorgt. Doch werfen ist schon ein guter Anfang, finde ich. Am besten mit der Kraft, die die Sorge verdient und der Gewissheit, dass Gott sie schön fängt. Für eine Zeit gut verwahrt. Sie nicht vergisst und sie vielleicht mit einem Tipp zurückgibt.
Sorgen werfen heißt nicht unbedingt, Sorgen loszuwerden. Eher, jemanden zu finden, der sie eine Zeit lang mitträgt. Gute Gedanken, Trost, Zuspruch. Bei unseren Liebsten, hier auf Erden oder eben in Gottes Händen. Wirf doch deine Sorgen weg, sie kommen sicher etwas leichter zurück.
Pastorin Giulia Aman; Kirchengemeinde St. Anschar

