Wie geht Glauben?

Pastorin Maren Schlotfeldt, Seelsorgerin im Krankenhaus Elmshorn

Spüren Sie manchmal eine Sehnsucht nach mehr innerer Ruhe in sich? Oder nach etwas, das Sie innerlich trägt? Oder den Wunsch, sich angenommen zu fühlen mit allen Ecken und Kanten?

Mit Menschen, die einem vertraut sind, ist es möglich, Sehnsüchte erfüllt zu bekommen. Es ist auch möglich, in sich selbst Ruhe, Halt, Selbstliebe zu entwickeln. Für mich als Christin kommt mein Glauben als Stütze im Leben dazu. Doch wie entsteht eine Beziehung zu diesem Gott, der weit weg erscheint? Das ist wie bei menschlichen Beziehungen: sich kennenlernen, sich Zeit nehmen dafür, das Besondere entdecken, Erfahrungen machen, Vertrauen wachsen lassen, Enttäuschungen in Kauf nehmen, sich beschenken lassen von der Zuneigung des oder der anderen. Es ist möglich, den Glauben kennenzulernen. Dazu gehört die Offenheit, Erfahrungen mit Gott machen zu wollen. 

Wie ist es möglich, Gottes Wirken im Alltag zu spüren? Wenn sich etwas gut fügt; wenn eigene Kräfte nicht ausreichen, aber dann doch eine Herausforderung geschafft wird; wenn sich in der Krise Wege zeigen, um weitergehen zu können; wenn die Schönheit der Natur staunen lässt. Dann kann jemand denken, dass alles Zufall oder selbstverständlich ist. Oder aber ein Mensch bringt Erlebnisse oder Gegebenheiten mit Gott in Verbindung und kann Danke sagen oder bittet um Hilfe oder klagt über das Schwere, das gerade zu tragen ist. 

Meist ist es ein längerer Weg, um zu entdecken, was der Glauben für das eigene Leben bedeuten kann. Der eigene Verstand sagt vielleicht, das ist doch alles Quatsch. Die alten Geschichten aus der Bibel sind aus einer anderen Zeit. Und wo ist denn Gott in dem Geschehen in dieser Welt oder in meinem Leben? Vieles Schreckliche, das geschieht, ist nicht zu erklären. Vieles Schreckliche, das geschieht, tun Menschen anderen Menschen an. Wir sind mit einem freien Willen ausgestattet. Der eigene Verstand kann jedoch dahin kommen zu sagen: Ich kann nicht alles verstehen. Aber meine Sehnsucht, mich verbunden zu fühlen mit etwas, das größer ist als ich selbst, ist stärker. 

Vielleicht entdecken Sie im Laufe der Zeit den christlichen Glauben als Kraftquelle und Hilfe im Leben. Die Probleme des Lebens sind mit dem Glauben nicht gelöst, aber Sie können Gott an der Seite glauben. 

Pastorin Maren Schlotfeldt, Seelsorgerin im Krankenhaus Elmshorn

Veröffentlicht am Fr. 29.08.2025