In meiner Grundschulzeit musste ich es auswendig lernen: „Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt“. Dass ich mir mit diesem Volkslied schwertat, fand ich nur fair. Die besungenen Bauersfamilie hatte mit dem, was „früh morgens und spät“ zu tun war, ja auch ordentlich Arbeit: pflügen, eggen, graben, rechen. Neben der Arbeit wird auch die Ernte besungen. Man freut sich, „wenn alles schön grünet und blüht“ und im Winter gibt es dann „manch fröhlichen Schmaus“.
Säen und Ernten gehören zusammen. In diesem Volkslied wird es besungen. Jesus spricht davon in Gleichnissen. So lässt er Gott als Sämann auftreten. Das Saatgut streut er über Weg, Fels, Dornen und Ackerboden. Nur auf letzterem geht es schlussendlich auf und bringt Frucht. Die Auslegungstradition, die sich an den Bibeltext anschließt, legt den Fokus auf die Beschaffenheit des Bodens. Die Aufforderung steht im Raum, möglichst fruchtbarer Boden für das Wort Gottes zu sein.
Was ich ja viel spannender finde, ist die Tatsache, dass dieser Säman Gott so großzügig sät. Als hätte Gott keinen Verstand, fliegt das Saatgut in die Dornen, auf den Weg und zwischen die Felsen.
Ich möchte es diesem Säman gleichtun und großzügig mitsäen: Glaube, Liebe, Hoffnung, Gnade, Erlösung, gute Worte, wärmende Taten. Das alles fällt nicht einfach so vom Himmel. Und wer weiß schon, wo etwas aufgeht? Großzügig mitsäen auch abseits unserer Gärten der Moral. Oder zumindest Gott mit seinem Wirken nicht im Wege stehen.
Ich atme im Frühling den Wandel und den Aufbruch. So gehe ich ans Werk. Auch ohne Rösslein. Machst Du mit?
Ihr Steffen Paar, Propst im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf
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