Wegmomente

Steffen Paar, Propst im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf

Wege erzählen: ein schmaler Pfad zwischen Häusern, ein ausgetretener Grasstreifen am Feldrand und der alte Pflasterweg auf dem Friedhof.

Wer hier wohl schon alles gegangen ist? Bin ich unsicher, folge ich gerne Wegen, auf denen ich Spuren entdecke. Und während ich gehe, reihen sich meine Schritte ein zwischen denen vor und nach mir.

Jesus sagt einmal: „Ich bin der Weg“. Wir hätten vielleicht erwartet, dass Jesus sagt: „Ich kenne den Weg“ oder „Ich zeige euch den Weg“. Doch Jesus sagt: „Ich bin der Weg“. Glaube ist nicht zuerst eine Richtung, sondern Beziehung. Nicht eine Landkarte, sondern jemand, der mitgeht. Gott ist nicht nur irgendwo, er ereignet sich. 

Vor meinem inneren Auge stehen die Kreuzungen des Lebens: Entscheidungen, die niemand abnimmt. Abschiede, die man nicht gewählt hat. Umwege, die nötig wurden. Das Leben ist wie es ist. Glaube ist für mich kein Versprechen, dass alles in meinem Sinne gut wird. Glaube ist eine Haltung des Anfangs und des Anfangens: Für den nächsten Schritt, für den Weg in mir, dass ich einen Weg finde und der Weg mich findet. Mein Navi sagt nie: Du bist falsch gefahren. Es sagt: Route wird neu berechnet. Ist das nicht toll? 

Nicht bei den Fehlern stehenbleiben, sondern weitergehen. So reihe mich auf den Weg von Jesus ein. Ich fülle nicht seine großen Fußstapfen, sondern setze eigene. Und wer weiß schon, was Umweg, Sackgasse oder nötiger Teil des eigenen Weges war? Und über allen Deinen Wegen spannt sich der Himmel wie ein großes Versprechen. 

Wege unter Gottes Segen wünscht Ihnen 

Ihr Steffen Paar, Propst im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf

Veröffentlicht am Fr. 28.08.2026