Wobei man „wichtig“ ja verschieden verstehen kann. Wichtig im Sinne von: Er war mir eine Hilfe. Oder im Sinne von: Ich habe mich ihm nahe gefühlt. Oder auch: Ich hatte das Gefühl, ihm gegenüber verantwortlich zu sein mit dem, was ich tue oder unterlasse?
Man hört oft, dass der Glaube für die Menschen heutzutage immer weniger wichtig sei. Was das Verhältnis der Menschen zur Kirche, sozusagen seinem „Bodenpersonal“, angeht, stimmt das wohl. Aber die Kirche und Gott sind ja nicht Dasselbe.
Ich habe den Eindruck, dass die meisten Menschen sehr wohl daran glauben, dass es eine „höhere Macht“ gibt. Was auch immer man sich darunter vorstellt! Und da wird es interessant: Was bedeutet diese „höhere Macht“ denn für mich persönlich und ganz konkret?
Meine persönliche Antwort ist: Für mich ist diese höhere Macht Gott, zu dem ich eine Beziehung habe und er zu mir. Er ist nicht nur „irgendwie da“, sondern er ist mein Gott. Dass ich da bin, atmen, leben, lieben, hoffen kann und manchmal traurig bin - das ist so, weil Gott will, dass es mich gibt.
Das ist mein Grundvertrauen ins Leben, und das ist manchmal intensiver und mal auch weiter weg. Das ist wohl so in jedem Leben: Mal scheint mir Gott näher und manchmal auch ferner.
Aber da bin ich sicher, auch wenn ich manchmal vielleicht nicht viel an Gott denke: Er denkt an mich! Immer. Ein schöner Gedanke, finde ich. Und Sie?
Ihr Pastor Jens Siebmann, Wewelsfleth und Beidenfleth

