Vom Neuwerden

Pastor Felix von Gehren-Leweke, Pfarrsprengel Elbmarschen Süd in Holstein

Alles neu macht der Mai. So heißt es in einem alten Volkslied.

Und wenn man hinschaut und sieht, wie die Natur jetzt an Fahrt aufnimmt, wie das Land sich mehr und mehr mit frühlingshaften Grün überzieht nicht nur diesem zaghaften Grünschimmer der März- und Apriltage, sondern jenem frischen, leuchtenden Grün, wie es bloß dieser Monat zustande bringt und die Welt plötzlich wieder ganz anders erstrahlt, dann mag man von Herzen zustimmen: Alles neu macht der Mai.

Da kommt mir sofort die Jahreslosung in den Sinn. Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21,5). Gerade jetzt im Mai, wo in den Gärten, auf den Wiesen und Feldern die Vegetation ungehemmt zum Leben erwacht, klingt die Hoffnung hinter diesen biblischen Zeilen umso lauter. Mag unser Dasein manchmal auch dunkel und ungewiss sein, getrieben von Ängsten und Sorgen, mag es von Krisen noch so sehr erschüttert werden, Gott schenkt uns neben seinem Trost und seinem Halt auch die Zuversicht: Er überwindet mit uns alle Nöte. Auch wenn der Glaube nicht immer leichtfällt, denn die Zweifel gehören ja dazu, zum Leben und zum Glauben. Aber wir können eine lebensbejahende Kraft aus ihm ziehen.

Und während draußen die Abende heller und heller werden, erinnern wir uns an sein liebevolles Versprechen: In die Dunkelheit hinein bricht das Licht des neuen Tages. Begleitet vom lauten Gesang der Vögel, als würden sie von Gottes Liebe erzählen und unsere Herzen mit neuem Mut füllen.

Und uns dabei zurufen: Alles neu macht der Mai.

Pastor Felix von Gehren-Leweke, Pfarrsprengel Elbmarschen-Süd

Veröffentlicht am Mi. 29.04.2026