Träume tun not

Pastor Helmut Willkomm, Kirchengemeinde St. Martin Oelixdorf

Träume sind Schäume, heißt es. Ist die Rede vom Reich Gottes so ein Schaum-Traum? Die Kirche ein Verein von Träumern?

Gott hat alle Menschen lieb – liebe deinen Nächsten wie dich selbst – die Schöpfung Bewahren: Sind das Träume, Spinnereien einer kleiner werdenden Minderheit? Ich gehöre zu dieser Minderheit. Ich sehe, dass die Welt Beulen hat. Kriege und Ungerechtigkeit. Auch die Welt in der Kirche. Ultrarechte fromme Christen. Kranke Rollenbilder für Männer und Frauen: Frauen, sollen den Männern untertan sein. Und wer nicht Frau ist, ist Mann. Aber ich träume von einer besseren Welt. Und ich will, dass diese Träume wahr werden.

Wer ist dafür zuständig, dass die Welt besser wird? Die Kirche? Die EU? Die Rüstungsindustrie? Die Politiker? Gott?

Gott hat die ganze Welt in seiner Hand. Er hat sie gemacht. Und er hat sie uns anvertraut. Wir sind zuständig. Was wir auch tun, Gott fällt uns nicht in den Arm. Krieg und Not oder Frieden und Gerechtigkeit – unsere Sache. Idylle oder Chaos – unsere Sache. Ich glaube: Gott will unsere Träume. Die Welt braucht unsere Träume.

Ich will träumen. Ich will glauben. Da ist nicht nur Krieg. Nicht nur Ungerechtigkeit. Es gibt Frieden. Es gibt Gerechtigkeit. Es gibt Liebe unter den Menschen, es gibt Barmherzigkeit. Es gibt Glück für Kinder und Erwachsene. Es gibt Gott. Und er gibt uns eine Aufgabe: In dieser Welt seine Welt zu suchen und zu bauen. Hinsehen – und Träumen. Träumen – und Suchen. Und Wahrmachen.

Pastor Helmut Willkomm, Kirchengemeinde St. Martin Oelixdorf

Veröffentlicht am Fr 21.06.2024