Toren statt Tore

Christofer Klaas, Pastor der Friedenskirchengemeinde Elmshorn

„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“ (Psalm 24)

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit!“ Mit diesem Schlager unter den Adventsliedern beginnt das Evangelische Gesangbuch. Um Tore sollte es auch bei einer Fußball-WM gehen. Aber bei mir – wie auch bei vielen anderen – kommt keine WM-Stimmung auf. Und schon gar nicht nach dem Skandal um die One-Love-Armbinde, die von der FIFA mal eben verboten und mit persönlichen Strafen gegen die Spieler belegt wurde.

Ein Zeichen für Gleichberechtigung ist nicht erwünscht. Menschenrechte oder ein (gut bezahltes) Sportturnier? Die Wahl scheint eindeutig auszufallen. „Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lüge und nicht schwört zum Trug: der wird den Segen vom Herrn empfangen…“ So steht es in Psalm 24 zum 1. Advent. Ich muss heute bei diesem Vers an die FIFA und ihre zweifelhaften Machenschaften denken. An die Toren, denen Geld und Machterhalt wichtiger sind als Menschenrechte. Ich frage mich: Wann wird sich das ändern? Wann wird die Welt gerechter, friedlicher? Und das ist der Kern des Advents. Wir warten. Wir hoffen. Auf den echten Friedefürst. Er braucht keine bombastische Show in einem Fußballstadion, um in die Welt zu kommen. Eine Krippe in einem Stall reicht ihm. Der Friedefürst heißt Jesus Christus. Seine Macht baut nicht auf Geld oder Korruption. Seine Macht baut auf Glauben, Hoffnung und Liebe. Deshalb Psalm 24: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“

Ihr Christofer Klaas,
Pastor in der Friedenskrichengemeinde Elmshorn

Veröffentlicht am Di 22.11.2022