Sorgen oder Mut?

Pastorin Katharina Reinke,Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Michaelis Itzehoe

„Vielleicht müssen wir nicht heute schon an allem verzweifeln, was morgen vielleicht gar nicht passiert...“

Das lese ich in einem Meme, das eine Bekannte geteilt hat und denke: Ja, das stimmt. 

Wie oft machen wir uns Gedanken, was alles passieren könnte und am Ende stellt sich heraus, dass die Sorgen völlig überflüssig waren. „Macht euch also keine Sorgen um den kommenden Tag – der wird schon für sich selber sorgen. Es reicht, dass jeder Tag seine eigenen Schwierigkeiten hat.“ (Mt 6,34)

Letztes Wochenende haben wir mit Konfirmandinnen und Konfirmanden in unserer Kirche übernachtet. Bei der Abendandacht haben wir diesen und weitere Verse aus Jesu Bergpredigt gelesen und die Jugendlichen gefragt: „Was macht euch Sorgen?“ und „Was macht euch Mut?“. Die Zettel mit ihren Antworten haben sie – offen oder zusammengerollt – an einem Holzkreuz befestigt.

Im Gottesdienst am nächsten Morgen haben Eltern und Gemeinde ihre Antworten dazu geheftet. Als ich später die Zettel abnahm, habe ich die offen angehängten gelesen. Viele Sorgen konnte ich verstehen und teilen: Sorge vor Krieg und um die Demokratie oder die Umweltzerstörung, zum Beispiel, oder die Sorge, was andere über mich denken. 

Schön fand ich, was Mut macht: Familie und Freunde oder auch das Wissen, dass Gott da ist. Und auf einem dieser Zettel stand: „Etwas trotz Angst machen und merken, dass es nicht so schlimm ist.“ 

Ja, so eine Erfahrung macht Mut, sich in Zukunft weniger zu sorgen. Oder „nicht heute schon an allem verzweifeln, was morgen vielleicht gar nicht passiert.“ Gehen wir also unbeschwert und mutig die Herausforderungen des heutigen Tages an. Alles Weitere wird sich zeigen.

Katharina Reinke, Pastorin in der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Michaelis Itzehoe

 

Hier finden Sie weitere Worte zum Sonntag aus unserem Kirchenkreis.

Veröffentlicht am Fr. 18.09.2026