Seelenpause

Johanna Held, Pastorin in Barmstedt

Wie feiert man eine kleine Andacht? Und wie vermittele ich das jungen Menschen? Die "Seelenpause" ist eine Möglichkeit ...

Einer Aussage einer meiner Professoren in Heidelberg ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: „Schüler, die heute Abitur machen, haben in ihrem Leben etwa 1000 Stunden Religionsunterricht gehabt. Aber was bleibt davon?“ Diese Frage hat mich lange begleitet. Für die Zukunft nahm ich mir vor: Wenn ich mit Jugendlichen arbeite, dann soll es auf jeden Fall lebensnah und praktisch sein!

Für meine Konfirmanden habe ich das Format „Seelenpause“ entwickelt. Jedes Mal, wenn wir uns treffen, feiern wir eine kurze Andacht mit einfachen Elementen: mit Kerzenlicht, Danksagung, Momenten der Stille, Gebet, einer Schatzkiste voller Bibelversen und dem abschließenden Segen für alle.

Der Ablauf ist immer gleich, die Jugendlichen sind aktiv beteiligt und können sich aussuchen, welches Element sie übernehmen. Seelenpause, das ist Zeit mit Gott. Meine Zeit mit Gott. Und jedes Mal kann ich eine Reihe von Dingen beobachten: die Stimmung bekommt etwas feierliches, die Jugendlichen öffnen sich und erzählen von ihrem Leben und ihrem Glauben. Danach gehen sie gelöst und gestärkt hinaus in ihren Alltag. Meine Hoffnung ist, dass sie Jahre und Jahrzehnte später immer noch wissen, wie man eine kleine Andacht feiert.

Auf viele Arten bereichert der Glaube mein Leben. Aber ich bin überzeugt: Das, was uns als Christen am meisten prägt, ist Zeit mit Gott. Meine Zeit mit Gott. Probieren Sie es aus, nehmen Sie sich eine Seelenpause in Ihrem Alltag. Auch Sie werden aufatmen, gelöst und gestärkt aus der Begegnung hinausgehen. Das wünsche ich Ihnen!

 

Ihre Pastorin Johanna Held, Barmstedt

Veröffentlicht am Sa. 05.02.2022