Schadenfreude

Pastor Holger Pentzien, Kirchengemeinde Kellinghusen

Schadenfreude ist eine ganz böse und kleingeistige Freude.

Niemand hat das Recht, sich schadenfroh am Unglück von vermeintlich bösen Menschen zu ergötzen! Auch der Prophet Jona hatte nicht das Recht dazu! Doch nachdem Jona den Auftrag Gottes ausgeführt hat, den „bösen“ Einwohnern der Stadt Ninive ihren Untergang zu prophezeihen, setzt er sich auf einen der Stadt gegenüber gelegenen Berg, um die Zerstörung Ninives selbstgerecht mit ansehen zu können. Aber Gott verschont gnädig die Stadt Ninive und erteilt Jona zusätzlich eine Lektion.

Damit ist Jonas Stolz verletzt, und er reagiert gekränkt. In jener Legende des Alten Testaments stehen sich die als typisch menschlich zu bezeichnende kleingeistige Verhaltensweise des Jona und Gottes große Gnade gegenüber. Gott, der im Alten Testament oft auch als zornig, furchterrregend und zerstörerisch dargestellt wird, erweist sich im Buch Jona als liebenswert und gnädig. Im Neuen Testament im Johannesbrief heißt es später dann deutlich: „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm.“ Denn nur die Liebe bringt uns Menschen weiter.

Gutes und Liebevolles sollen wir jedem unserer Mitmenschen wünschen, nicht Strafe und Unglück! Denn die Liebe öffnet Herzen, sie heilt und kann Menschen zum Guten verändern.

Pastor Holger Pentzien, Kirchengemeinde Kellinghusen

Veröffentlicht am Fr. 06.10.2023