In der Flugschule waren wir schon froh, ein klein wenig vom Boden abzuheben. Weit über uns schwebte ein Pilot mit einem langgestreckten Wettkampfschirm – sehr leistungsstark, aber auch anspruchsvoll zu fliegen. Die Fluglehrer nannten ihn den Sargnagel, weil man sich damit umbringen kann, wenn man einen Fehler macht.
Mein Schirm dagegen ist ein Anfängerschirm. Man kann damit eigentlich keine Fehler machen – und wenn doch, gleicht der Schirm sie wieder aus.
In der Vorstellung vieler Menschen gleicht der Glaube dem ersten Schirm: es ist anstrengend, sich an alle Regeln zu halten und immer muss man irgendetwas leisten. Für mich gleicht der Glaube dem zweiten Schirm: Da ist jemand, der mich trägt und hält, auch wenn ich einen Fehler mache. Einer, der mir immer wieder Wind unter die Flügel gibt.
Mein Gleitschirm liegt seit der Geburt unserer ersten Tochter auf dem Dachboden. Viele machen das mit ihrem Glauben genauso: Er ist irgendwie noch da, aber wie auf dem Dachboden oder in der Schublade.
Ich lade Sie ein, den Glauben wieder herauszuholen und auszuprobieren: im Vertrauen, im Gebet, vielleicht in der Gemeinschaft einer Kirchengemeinde – und zu spüren, dass Gott Ihnen Wind unter die Flügel gibt.
Pastor Lars Därmann, Bugenhagen-Kirchengemeinde Klein Nordende
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