Säulen des Lebens

Ihr Matthias Gerber, Pastor in Heiligenstedten

Der Buß- und Bettag ist eine gute Gelegenheit, sich über das eigene Leben Gedanken zu machen.

Was macht eigentlich im übertragenen Sinn mein Lebensgebäude stabil, wenn Stürme es auf einmal zu bedrohen scheinen? Hierzu gibt es ein von Psychologen und Theologen entwickeltes Säulenmodell. Um mein Lebensgebäude stabil zu erhalten, brauche  ich verschiedene Säulen.

Die erste Säule ist die Arbeit. Sie sichert mir nicht nur mein Einkommen, sondern fordert mich als Person heraus.

Die zweite Säule ist die Partnerschaft. Wie schön ist es, wenn ich abends nach Hause komme, um Eindrücke des Tages, Freud und Leid miteinander besprechen zu können.

Die dritte Säule ist die Familie. Die Entwicklung der Kinder, ihr Größerwerden und schließlich ihr Erwachsensein, können mich glücklich machen.

Die vierte Säule sind die Hobbys. Wofür interessiere ich mich? Treibe ich Sport oder lese ich lieber gute Bücher, musiziere ich oder fahre ich lieber mit dem Paddelboot auf der Stör?

Die fünfte Säule sind die Freundschaften. Manche halten sich seit der Schulzeit oder auch wertvolle gemeinsame berufliche Zeiten, die man miteinander erlebt hat.

Die sechste Säule ist unser Glaube. Er gibt mir die Kraft wiederaufzustehen, wenn ich hingefallen bin. Der Glaube lässt mich optimistisch nach vorne schauen, in der Gewissheit, dass das Schönste immer erst noch kommt. Der Glaube schenkt mir auch Gemeinschaft untereinander. Wir alle sind mit unseren Stärken und Schwächen geliebt von Gott.

Die siebte Säule ist das Wissen, das nicht jede Säule zu allen Zeiten da ist. Manche können jäh wegbrechen. Einige sind manchmal dick, andere dünn. Das kann wechseln. Aber solange ich mehr als eine habe, ist mein Lebensgebäude stabil.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen Ihr Matthias Gerber, Pastor in Heiligenstedten

Veröffentlicht am Mi. 08.11.2023