In der einen Hand den Fahrradhelm, in der anderen die Lenkertasche. So stehen in diesen Sommerwochen oft Menschen in unserer Kirche. Radwanderer, die auf ihrer Tour auf dem “Mönchsweg” einen Augenblick Rast machen möchten. Rast für die müden Beine, aber auch für die Seele. Die ihre Blicke schweifen lassen über den Schnitzaltar, das Kreuz, durch die Weite des Raumes. Sich einen Moment in eine Bank setzen. Still werden. Den Kirchraum auf sich wirken lassen. Eine Kerze anzünden. Vielleicht beten.
Oder sie kommen in der Kirche mit jemandem ins Gespräch. Fragen nach dem Alter der Kirche oder den biblischen Geschichten auf den Altarbildern, erzählen von sich, von ihrem Woher und Wohin.
Einen Augenblick Rast für die Seele: Wer unterwegs ist, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto, findet ihn in den Kirchen am Wege. In Dorfkirchen aus Feldstein genauso wie in Barockkirchen und in modernen Kirchbauten. Oft lädt ein Schild zur Rast ein: Tritt ein. Die Kirche ist offen.
An diesem Wochenende beginnen die Sommerferien. Viele von uns werden unterwegs sein. Werden Rast machen, wenn die Kinder durstig sind und die Eltern Hunger haben. Oder umgekehrt. Und wenn die Seele einen Augenblick Rast braucht, warum nicht einfach an der nächsten Kirche anhalten oder, wenn die nicht geöffnet ist, an der einen Ort weiter?
