Und wieder ist es mal so weit:
nach Fasching kommt die Fastenzeit.
Wo kommt die her und wer erfand
die Tradition, die uns bekannt:
Verzichten auf Dinge im ganzen Land?
Seit Alters her ist es schon Brauch,
dass Menschen damals, wie wir heut auch
sich vorbereiten aufs große Fest,
an dem Kinder suchen ein Osternest.
Das Leiden Christi zu bedenken
sollte der Seele Auftrieb schenken.
Dazu kam Fasten in Sachen Nahrung
das diente nicht nur der Erfahrung
sondern vor allem dem sich bescheiden,
Wirkung hatte jedes von beiden.
Die Mönche in den Klöstern,
sagt man, fingen das Bier zu brauen an,
gerade in der Fastenzeit.
Denn dazu waren sie bereit:
Auf Essen verzichten war das Ziel,
doch trinken durften sie ganz viel.
Ob Trinken von Bier in Ordnung sei?
Kam an den Papst die Fragerei.
Sie schickten ihm auch eine Menge,
doch durch des Transportes Länge
verdarb das Bier und wurde sauer.
Der Papst entschied: Während der Dauer
der Fastenzeit ist's kein Problem,
dies Zeug schmeckt so unangenehm!
Das zu trinken ist eine Strafe
angemessen der Fastenzeit!
So brauten also seine Schafe
und tranken gegen das Hungerleid...
So war das früher - und wie ist es heute?
Warum fasten so viele Leute?
Weil es was ganz Besondres ist,
wenn man Gewohntes mal vermisst.
Es steigert des uns Bekannten Wert,
schärft die Sinne und es lehrt,
dass wir gar nicht alles brauchen,
wie Fernsehen, Süßes, Fleisch oder Rauchen.
Dagegen kann man in dieser Zeit merken,
wie uns der Glaube befreit.
Und wenn's eine Zeit des Betens wird,
durch die der Heilige Geist uns führt,
so gibt es Gewinn über die Maßen
und wir haben mehr davon als wir lassen.
Ich lade Sie ein: probieren Sie's aus!
Neues rein und Altes raus.
Renovieren Sie die Seele, das Hirn, den Magen,
und denken Sie dran im Gebet Gott zu sagen,
was Sie umtreibt, belastet, freut -
dann wird's so sein Ihr lieben Leut,
dass diese sieben Fastenwöcher
euch gut tun werden noch und nöcher.
Für heute grüßt Kind, Mann und Frau
die Pastorin Rieg mit frohem Helau!

