„Oh happy day“

Pastorin Antje Eddelbüttel, St. Nikolai Elmshorn

Am 20. März war Frühlingsanfang. Das wussten Sie wahrscheinlich schon. Am 20. März war aber auch der Weltglückstag. Wussten Sie das auch schon?

Die Vereinten Nationen haben diesen Tag erfunden. Aber eigentlich hat Bhutan, ein kleines Land im Himalaya, den Anfang mit dem Glück gemacht. Denn dort ist das Glück des Volkes schon seit Jahrhunderten ein offizielles Staatsziel.

Ganz anders sieht es aus, wenn man in die Bibel schaut. Dort ist vom Glück weit und breit erst einmal nichts zu sehen. Wenn man aber genauer hinsieht, dann kann man das Glück schon finden. Es versteckt sich hinter anderen Worten. Hinter dem Segen kann man es finden oder unter dem Selig-Sein.

In seiner Rede auf dem Berg beschreibt Jesus ganz genau, wann Menschen sich selig oder eben auch glücklich nennen können. Er spricht dort weder von einem Lotteriegewinn noch von Gesundheit; weder von Freiheit noch von Frühling. Jesus stellt alles, was wir Menschen vom Glück wissen, auf den Kopf. Glücklich nennen sollen sich die Armen, die Leidenden, die Friedensstifter oder die Verfolgten. Jesus beschreibt in seinen „Seligpreisungen“ das Glück so, dass auch das Unglück darin seinen Platz hat. Diese Worte sind eine Zumutung. Wenn ich an Hunger leide oder verfolgt werde, dann mag ich mich sicher nicht glücklich nennen. Diese Worte sind gleichzeitig eine Wohltat, weil sie ein Versprechen für mein ganzes Leben sind und nicht nur die wenigen glücklichen Momente umfassen. Glücklich zu nennen ist auch ein Leben, in dem nicht immer alles glatt geht. Denn dieses Leben steht unter dem Segen Gottes. „Oh happy day“ - das gilt nicht nur am ersten Frühlingstag oder am Weltglückstag. „Oh happy day“ - das ist jeder Tag mit allem, was er bringt.

Veröffentlicht am Sa. 23.03.2019