Johannes der Täufer gehört zu den bemerkenswertesten Gestalten der Bibel. Am 24. Juni feiert die Kirche seien Geburtstag. Seine Aufgabe war es nicht, auf sich selbst aufmerksam zu machen, sondern auf Jesus hinzuweisen. Als er ihn kommen sieht, sagt er: „Seht, das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt“ (Joh 1,29).
Dieser Satz hat bis heute nichts von seiner Kraft verloren. Johannes zeigt uns, worauf es im Glauben ankommt: nicht auf Selbstdarstellung, sondern auf den Mut, auf Christus hinzuweisen. Das fällt in unserer Zeit nicht immer leicht. Christlicher Glaube wird häufig kritisch betrachtet, manchmal auch belächelt oder angegriffen. Umso wichtiger ist es, dass Christen ihren Glauben nicht verstecken, sondern respektvoll und glaubwürdig leben.
Ein aktuelles Beispiel ist der Fußballprofi Felix Nmecha. Gemeinsam mit Spielern aus Deutschland und Curaçao betet er bei der WM öffentlich auf dem Spielfeld. Dafür erhielt er nicht nur Zustimmung, sondern auch Kritik. Unabhängig davon, wie man solche Gesten persönlich bewertet, zeigt sein Verhalten doch eines: den Mut, den eigenen Glauben sichtbar werden zu lassen.
Johannes der Täufer macht uns vor, dass christlicher Glaube nicht laut sein muss. Aber er sollte klar erkennbar sein. Die Welt braucht nicht mehr Menschen, die auf sich selbst zeigen, sondern mehr Menschen, die wie Johannes auf Christus hinweisen.

