Porträt von Pastorin Susanne Otto-Kempermann
Susanne Otto-Kempermann, Pastorin in Hohenlockstedt

Licht

Pastorin Susanne Otto-Kempermann

Unsere Kinder wollten immer etwas Licht zum Schlafen. „Die Tür auflassen, wenigstens einen Spalt!“ Sie wollten dadurch ein bisschen Licht und Nähe. Dann waren sie sicher: der dunkle Raum ist umgeben vom Licht und von der Liebe der Eltern.

Das Weihnachtsfest ist wie ein Türspalt, der uns sicher sein lässt, dass Gott nahe ist mit Licht und Liebe. Jesus sagt von sich selbst „Ich bin das Licht der Welt“ (Jh.8,12). Es strahlt schon jetzt in die Welt hinein. In seinem Leben hat Jesus Christus sehr deutlich gemacht, was wir darunter zu verstehen haben. Er kann wirklich Frieden geben, auch wenn der Friede zwischen den Völkern noch Vision ist und nur kurzzeitig. Alle Völker werden den Frieden sehen. Die Veränderung hat begonnen – mit der Geburt Jesu.  Zuerst müssen die Herzen anders werden. Dann kommt der Frieden. Jesus erste Predigt beinhaltete die gute Botschaft zu bringen: Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Liebe. Freiheit, wo Menschen gefesselt und geknechtet sind – von ihrer Schuld, ihren Mitmenschen und harten Verhältnissen. In Auseinandersetzungen hat Jesus das zugespitzt: „Wer mir folgt, hat das Licht, das zum Leben führt und wird nicht mehr im Dunkeln tappen.“ Pfadfinder holen und verteilen jedes Jahr Licht aus Betlehem. Es soll als Zeichen für den Frieden leuchten. Es muss geholt und aufmerksam gehütet werden, damit es bei uns brennt. Kerzenlicht setzt sich still durch gegen lautes Geschrei, Kriegslärm und Gehässigkeit. Die Flamme wärmt und tut wohl. Eine Zeit im Kerzenschein lässt aufatmen. Der Friede hält Einzug. Gottes Liebe entspannt das verkrampfte Leben. Kerzenlicht bringt ein Gefühl von Geborgenheit. Schon ein kleines Licht ist stärker als die Dunkelheit eines Zimmers. Worte und Taten der Liebe bringen frohes Leuchten in Gesichter.

Ich wünsche eine helle Adventszeit! 

Ihre Pastorin Otto-Kempermann, Kirchengemeinde Hohenlockstedt

Veröffentlicht am Fr. 06.12.2024