Wir erfahren gegenwärtig täglich, wie die zerstörerischen Mächte im Krieg in der Ukraine die Abgründe menschlicher Handlungsmöglichkeiten zeigen. Drohszenarien werden in die Welt gesetzt und lassen uns vor Schreck und Entsetzen verstummen. Wir sehnen uns nach Licht in diesem Chaos, nach Gottes Hilfe und Eingreifen. Ich lese wieder einmal den Schöpfungsbericht weiter, denn wenn es finster wird um uns herum, brauche ich besonders das Wort Gottes von seiner Gegenwart, gerade in einer solchen Situation. Es wird erzählt vom Geist Gottes, der über dem dunklen Abgrund schwebt und Tag für Tag, Werk für Werk, diesen wunderbaren Planeten mit all seinen Geschöpfen ins Leben ruft. Finsternis wird überwunden, denn täglich heißt es: da wurde aus Abend und Morgen… und dann folgen die Tage bis zur Vollendung, bis zur Ruhe, dem 7. Tag. Zurzeit wünsche ich mir so sehr, dass dieser ordnende, das Gute und Heilende ins Leben rufende Geist Gottes über unseren menschlichen Abgründen wirkmächtig schwebt und die Grausamkeiten ein für allemal bannt. In dem letzten Buch der Bibel klingen diese Sehnsüchte durch, denn dort heißt es, all das Böse und Grausame wird von Gott, unserem Schöpfer, in einem feurigen Pfuhl verbannt und fortan wird Gott als unsere Mitte unter uns leben. Eine sehr ruhige, beruhigende Vorstellung. Und bis dahin? Was mich beeindruckt ist die sehr oft gezeigte und gelebte Mitmenschlichkeit: Geflüchtete Menschen aus der Ukraine finden Zuflucht und Unterstützung bei uns. Und die, die selbst um ihr Leben gelaufen sind, haben oft unter viel Mühe ihre Tiergefährten mitgebracht, denn sie lieben sie und haben darum ihre Verantwortung für sie auch in dieser schweren Situation nicht einfach fallen gelassen. Das ist es für mich, was mir Mut macht: Das wir diese Erde und ihre Geschöpfe nicht sich selbst überlassen. Jede, jeder gibt oft das Beste, um beizustehen. Leider ist es uns nicht möglich, den Krieg abzustellen, aber wir können an einer Menschengemeinschaft und Lebensatmosphäre mitwirken, die nicht wegsieht im Le, sondern beisteht und hilft, wo Not ist und wir helfen können. Wir sind ja Gottes Gehilfen, einzutreten dafür, dass Chaos, Grausamkeit und Angst überwunden werden. Das ist für alle Seiten eine große Aufgabe: Einfühlungsvermögen, Offenheit und Mut werden gebraucht. Ich wünsche uns allen dabei Gottes segnenden Geist.
Licht im Chaos
Pastorin Sylvia Zwierlein
Es ist alles dunkel, laut, furchtbar bedrohlich und chaotisch, furchteinflößend und erschütternd. Schönes, Gutes, nicht erkennbar. So werden die ersten Zeiten der noch jungen Erde am Anfang der Bibel beschrieben.
Veröffentlicht am So. 10.04.2022
