Wissen Sie schon, wie Sie Weihnachten feiern werden? Sind die Geschenke geplant, das Essen, vielleicht sogar schon Silvester?
Wir stehen an der Schwelle zu dem Teil des Jahres, in dem die Feiertage organisiert werden wollen und sich die Aufgaben nur so stapeln. Zugleich werden die Tage kürzer. Und zu all dem kommt das andere: der russische Angriffskrieg, rechtsextreme Wahlerfolge, Sorgen um unsere wirtschaftliche Sicherheit und eine zunehmend aggressive gesellschaftliche Stimmung. Ein beständiges Grundrauschen schlechter Nachrichten.
Das Leben fordert uns einiges ab. Und zwischen Tatendrang, bunten Träumen und Erschöpfung wächst die Sehnsucht, etwas tun zu können.
Aber was? Was würde Jesus tun? Überraschenderweise gibt es darauf eine einfache Antwort. Immer wieder, wenn die Menschen ihn überrannten, wenn er angefeindet wurde oder nachdem er viel geleistet hatte, zog er sich zurück.
Nicht, weil ihm die Menschen gleichgültig waren. Sondern weil er Ruhe brauchte. Er ging an einen stillen Ort, betete, atmete durch und sammelte neue Kraft. Er nahm sich Auszeiten; kleine Ruheinseln mitten im tosenden Alltag.
Wir müssen nicht auf jede Nachricht reagieren, nicht jede Aufgabe sofort erledigen und nicht immer stark sein. Ruhe zu suchen ist kein Aufgeben. Es ist manchmal erst die Form von Selbstliebe, die uns Kraft gibt zur Nächstenliebe.
Bei aller Sorge um die Welt: lasst uns auch uns selbst nicht aus dem Blick verlieren.
Pastor Sven Voß, Kirchengemeinde Kellinghusen
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