„Das macht doch überhaupt keinen Sinn!“ Manchmal tun Menschen Dinge, die keinen Sinn ergeben.
An Ostern frage ich mich jedes Jahr: Warum gehen die drei engsten Gefährtinnen von Jesus frühmorgens, noch vor Sonnenaufgang, zum Grab? Was wollen sie da? Jesus ist tot. Der Stein ist schwer, das Grab bewacht. Und es ist gefährlich. Wer sich zu diesem Jesus aus Nazareth bekennt, riskiert sein eigenes Leben.
Im Dunkeln machen die Frauen sich auf den Weg. Vorsichtig, den Kopf eingezogen. Und doch gehen sie. Sie haben einen Plan: Sie wollen Jesus salben. Wie sie den Stein bewegen oder an den Soldaten vorbeikommen sollen, wissen sie nicht. Alles spricht dagegen. Und trotzdem gehen sie.
Sie tun, was in ihrem Herzen Sinn macht. Sie riskieren etwas. Denn Nichtstun ist keine Option. Was wäre gewesen, wenn sie nicht gegangen wären? Wenn sie nicht mit eigenen Augen gesehen hätten, dass das Grab leer ist? Dass Jesus lebt?
So aber geht diese Geschichte um die Welt – bis heute. Glauben heißt manchmal, loszugehen, obwohl es keinen Sinn ergibt. Gegen alle Logik. Gegen alle Angst.
Gut, dass die Frauen losgegangen sind. Gott sprengt unsere Maßstäbe. Damals wie heute.
Jesus ist auferstanden.
Und wir? Losgehen heißt es.
Frohe Ostern!
Ihr Thielko Stadtland, Propst im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf
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