Dieser Reiter zeigt uns einen Weg; eine Möglichkeit, unsere Lebenszeit zu nutzen und zu werten, die ohne Täuschung, ohne Vertröstung ist. Er bietet ein Bild des hingebungsvollen Dienstes. Wohl besteht diese Weise zu leben nicht nur aus Hochgefühl, sondern auch aus nüchternen Stunden. Jesus fragt uns etwa so: Was ist wirklich los? Sind immer nur die anderen Schuld an einem schlimmen Umstand? Andere Menschen mit ihren jeweiligen Interessensgruppen? Immer können wir gut benennen, was schief läuft, möchten uns aber nicht unbedingt in Verantwortung für mich oder andere vorwagen. Vielleicht liegt es auch an dieser Reserviertheit, daß wir dort sind, wo wir heute stehen und eventuell nicht mehr weiterwissen?
Als der Eine, der Verantwortung übernehmen bereit ist, kommt Jesus. Als bescheidener Reiter, weil für UNS dienstbereit. Er, Jesus, kommt zwar undramatisch in die Hauptstadt, aber er hat alle im Blick. Er sieht mit Gottes Augen. Hier berichtet die Bibel, daß der Funke überspringt: Die Leute, die am Wege stehen, fühlen und sehen etwa so: endlich! Einer, auf den sich zu warten lohnt. Wir sehen, wie etwas aus seiner unauffälligen, zurückhaltenden Weise herüberscheint zu uns, was anders ist. Seine Begleiter berichten, dass er auf dem Wege hierher keine selbstgefälligen Worte, sondern solide Botschaften von gelingendem Leben, von guter Gemeinschaft in die Welt bringt. Und jeder Mensch kann dabei mitwirken. Ich diene euch, indem ich in eure Wirklichkeit eingehe, aufmerksam Euren „Lebensritt“ begleitet!
Pastor Bert Johannigmann, Ev.-Luth. Kirchengemeinde Barmstedt

