„Jesus erbarme Dich!“

Friedemann Ohms Leiter der Gemeinschaft i.d. Ev. Kirche, Itzehoe

Gott hört die, die niemand hören will und wir dürfen darauf vertrauen, dass er unser Leben hell macht.

Am Stadtrand von Jericho sitzt Bartimäus. Blind, bettelnd, an den Rand geschoben. (Markus 10,47) Er gehört zum Abschaum der damaligen Gesellschaft. Als er hört, dass Jesus vorbeikommt, schreit er laut. Sofort wollen die Leute ihn zum Schweigen bringen. Aber Bartimäus ruft noch lauter. 

Darin liegt die Botschaft: Glaube sollte sich nicht einschüchtern lassen. Den Namen Jesus heute laut auszusprechen, ist nicht populär. Bartimäus hört nicht auf die Leute, er vertraut, dass Jesus ihn hört. Sein Schrei ist reiner Glaube – nicht Wissen, nicht Leistung, sondern ein Rufen aus der Not.

Jesus bleibt stehen. Er eilt nicht weiter. Er hört, was alle anderen überhören. Und er fragt: „Was soll ich dir tun?" und drückt dem Geächteten höchste Wertschätzung aus. Bartimäus antwortet schlicht: „Dass ich wieder sehend werde." Er empfängt das Augenlicht – und geht mit Jesus weiter. 

Auch uns stellt Jesus diese Frage: „Was soll ich dir tun?" Wir haben in unserer Gemeinschaft viele die aus materieller Not, Drogensucht und Alkoholismus gekommen sind. Klar gibt´s Stimmen, die sagen: „Glauben bringt denen nichts." Doch die Geschichte von Bartimäus zeigt: Gott hört die, die niemand hören will. Er bleibt stehen bei denen, die am Rand sitzen und er kann Heilung schenken. Darum gilt: Wir dürfen rufen. Wir dürfen Jesus alles sagen. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass er unser Leben hell macht – so wie bei Bartimäus. 

Friedemann Ohms Leiter der Gemeinschaft i.d. Ev. Kirche, Itzehoe

Veröffentlicht am Do. 04.09.2025