„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde; er schuf sie als Mann und Frau.“ Vor 2500 Jahren war das revolutionär. Die Frau als Bild Gottes? Das war der Aufreger nach dem Erscheinen dieser damals neuen Schöpfungsgeschichte. Nicht mehr Adam und dann erst, nur aus einer Rippe: Eva. Doch nun ist das Bild Gottes Mann und Frau. Das ging für viele damals gar nicht.
„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde“ – jeden Menschen. Das war vor 2500 Jahren die revolutionäre Botschaft. Sie steht seit damals in der Bibel, doch wer hat sich wirklich an ihr orientiert? Auch dass Jesus und Paulus die gleiche Würde aller Menschen vertreten haben, wurde immer wieder ignoriert. Schon kurz nach Paulus wurden die Frau dem Mann oder der Sklave dem Herrn wieder untergeordnet.
Ist Gott queer? Kann ich auch queere Menschen als Bild Gottes zu akzeptieren? Oder geht es mir wie den Menschen damals vor 2500 Jahren? Oder wie den Christen kurz nach Paulus, die den Frauen und Sklaven das gleiche Recht und die gleiche Würde vor Gott und in der Welt wieder abgesprochen haben? Gott macht jeden Menschen zu seinem Bild. Mann und Frau und Divers. Ob seine Haut weiß oder anders gefärbt ist. Ob seine Religion nun die „richtige“ oder die „falsche“ ist. Ob er nun einheimisch ist oder mir fremd. Hetero, Homo, Queer: Jeden Menschen hat Gott so zu seinem Bilde geschaffen, wie er ist.
Das geht schwer in meinen Kopf. Gott liebt die anderen genauso wie mich. Alle. Echt jetzt? Echt jetzt!
Pastor Helmut Willkomm, Oelixdorf

