Der christliche Glaube verliert an Bedeutung. Was Eltern oder Großeltern noch selbstverständlich gelebt haben, wird nicht mehr automatisch weitergegeben. Auch wir als Kirche müssen uns selbstkritisch fragen: Wo haben wir die Menschen enttäuscht? Wo sprechen wir nicht mehr ihre Sprache? Wo kümmern wir uns zu sehr um uns selbst als Institution und zu wenig um die Sorgen und Nöte der Menschen?
Meine Hauptsorge ist: Es wächst mit unseren Kindern eine Generation heran, für die christliche Werte oft keine Selbstverständlichkeit mehr sind. Es fehlt die Sprache dafür, die Erfahrung, die vertrauten Bilder. Also: Niedergang und keine Hoffnung? Das glaube ich nicht!
Ein Blick in die Geschichte zeigt: In zweitausend Jahren Christentum gab es immer wieder Zeiten, in denen der Glaube neu entdeckt werden musste. Darin liegt meine Hoffnung: die Sehnsucht nach Sinn verschwindet nicht, gerade in so unruhigen Zeiten. Was trägt uns wirklich? Was bleibt, wenn so viel sich ändert? Für viele Menschen war und ist die Antwort darauf das Gottvertrauen – ein stilles, aber tief verwurzeltes Vertrauen darauf, dass wir nicht allein sind.
Dieses Gottvertrauen ist meine Hoffnung. Gott lässt uns nicht allein, und er wird die Menschen, die sich im Vertrauen auf ihn als Gemeinde versammeln, auch nicht im Stich lassen. Darauf ruht alles. Nicht auf uns – Gott sei Dank!
Ihr Pastor Jens Siebmann, Wewelsfleth und Beidenfleth
Hier finden Sie weitere Worte zum Sonntag aus unserem Kirchenkreis.

