Wir Menschen verlassen immer häufiger unsere Wohnungen – es zieht uns hinaus, wir verlassen unsere bequemen Ohrensessel und kommen in Bewegung. Am Himmelfahrtstag erinnern wir an den Aufstieg Jesu in den Himmel. Er lässt das Irdische ganz hinter sich, sitzt zur Rechten Gottes. Seine Freundinnen und Freunde blicken ihm hinterher. Suchen ihn in der Ferne des Himmels. Erwarten, dass ihnen von dort Zeichen und Wunder geschehen – suchen Gott.
Auch uns zieht es an diesem Tag hinaus. Wir feiern unsere Gottesdienste verbunden mit einem Picknick im Grünen, machen uns auf zu langen Spaziergängen und Ausflügen. Es tut gut, den Blick zu heben. Himmelfahrt erinnert uns aber vor allem daran, dass es um die innere Beweglichkeit geht. „Was steht Ihr da und blickt in den Himmel?“, fragen die weißgekleideten Gestalten der Himmelfahrtserzählung aus der Bibel uns heute genauso, wie die Menschen damals.
Wo ist der Himmel – er ist da, wo echte Begegnung zwischen Menschen entsteht. Er ist da, wo wir die Augen vor dem Leid nicht verschließen, sondern miteinander aushalten und helfen. Er ist da, wo wir unsere Bequemlichkeit hinter uns lassen und erkennen, dass der Himmel nicht da oben, weit entfernt ist, sondern hier: zwischen mir und dir. Im Halten einer Hand am Krankenbett genauso, wie im freundlichen Blick eines fremden Menschen – einfach nur so.
Geske Leweke, Pastorin im Pfarrsprengel Elbmarschen-Süd
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