Alles war gut, bis plötzlich Nebel aufkam.Es war diese graue, dicke Brühe, die im Herbst immer wieder ohne Vorwarnung auf einen wartet. Die Sicht betrug nur wenige Meter und die Orientierung fiel mir schwer. Nur gut, dass ich ein Navi dabeihatte, aus dem mir eine freundliche Stimme sagte, ich solle bei der nächsten Biegung rechts abbiegen. Also bog ich bei der nächsten Möglichkeit rechts ab. So richtig vertrauenserweckend sah die Spurbahn nicht aus. Aber die freundliche Stimme sagte, ich solle dem Straßenverlauf die nächsten zwei Kilometer folgen. Plötzlich stand direkt vor mir ein Gatter und ich musste hart bremsen – wobei mir die Kuh etwas verdutzt zusah. Nur mit Mühe konnte ich wenden, um die Strecke zurück zu fahren. Zum Glück tauchte die richtige Straße mit der Baumreihe aus dem sich lichtenden Nebel auf und ich konnte meine Fahrt fortsetzen. Im Stillen dachte ich bei mir: Wie leicht wir uns doch von den falschen Stimmen auf Abwege bringen lassen. Und mir fiel ein Wort aus dem 36. Psalm ein: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn. Er wird es wohl machen.“
PS: Die freundliche Stimme meines Navis sagte noch einige Zeit: Bei der nächsten Möglichkeit bitte wenden.
Herbstnebel
Pastor Thomas Johannsen, Lägerdorf
Neulich war ich in der Marsch mit dem Auto auf einer dieser schmalen Straßen unterwegs.
Veröffentlicht am So. 11.11.2018
